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Kiel

GEOMAR: Altmunitionsexpedition AL663 gestartet

Die ALKOR ist für die dritte Munitions-Expedition in die Ostsee ausgelaufen: bis 4. November wird gemeinsam mit fünf Partnerländern gearbeitet, eine neue Monitoring-Boje getestet und der Weg zur großflächigen Räumung vorbereitet.

Christian Muschick ·

Das Forschungsschiff ALKOR ist am 12. Oktober für die dritte Munitions-Expedition AL663 (COMMS-26) von Kiel in die Ostsee ausgelaufen. Bis zum 4. November untersuchen Forschende gemeinsam mit internationalen Partnern aus Polen, Estland, Lettland, Dänemark und Finnland die Umweltfolgen mariner Munition, wie das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel am 14. Oktober mitteilte.

Hunderttausende Tonnen Munition liegen als Erbe der Weltkriege auf dem Meeresboden der Ostsee. Das GEOMAR erforscht seit zehn Jahren, wo welche Altmunition liegt und in welchem Zustand sie nach Jahrzehnten im Salzwasser ist. Während der 24-tägigen Fahrt kommen autonome und ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge sowie akustische, optische und geochemische Messverfahren zum Einsatz: Sie kartieren den Meeresboden, dokumentieren verdächtige Objekte hochauflösend und unterstützen die Entnahme von Wasser- und Sedimentproben. Getestet wird außerdem eine neue Monitoring-Boje, die künftig bei der Räumung zum Einsatz kommen soll (Zusammenarbeit mit dem EU-geförderten Projekt CAMMera).

Räumung rückt in greifbare Nähe

„In Deutschland stehen wir kurz vor der großflächigen Räumung – das ist ein weltweit einzigartiger Erfolg“, sagt Fahrtleiter Prof. Dr. Jens Greinert, Meeresgeologe und Leiter der Arbeitsgruppe Deep Sea Monitoring am GEOMAR. Gerade erst sei der Auftrag zur Entwicklung einer weitgehend automatisierten Bergungsplattform vergeben worden; sie soll ab 2029 zunächst in der Lübecker Bucht eingesetzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Fahrt liegt auf der Frage, wie sich Probebergungen vor der schleswig-holsteinischen Küste auf die Meeresumwelt langfristig auswirken. Geplant sind Hafenaufenthalte in Ventspils und Gdynia, bei denen auch Vertreter von Industrie und Ministerien an Bord erwartet werden.

Quellen

  • GEOMAR-Pressemitteilung vom 14.10.2026: geomar.de