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Kopperpahl: Zahlen zum Parkraum gehen auseinander

Ein Anwohner zählt deutlich mehr weggefallene Parkmöglichkeiten, die Gemeinde bestätigt rund 25 entfallene öffentliche Stellplätze. Private Flächen, Baustellen und künftige Planungen erschweren den Vergleich.

Christian Muschick ·

Wie groß ist der Parkplatzverlust in Kopperpahl tatsächlich? Ein Anwohner beschreibt einen erheblich gestiegenen Parkdruck und kommt in seiner Zusammenstellung auf über 100 weggefallene Parkmöglichkeiten als die Gemeinde. Die Verwaltung bestätigt dagegen rund 25 entfallene öffentliche Stellplätze durch Halteverbote. Beide Zahlen erfassen jedoch nicht dasselbe.

Gemeinde bestätigt rund 25 entfallene Plätze

Nach Angaben der Gemeinde wurden die Halteverbote in der Henri-Dunant-Allee und im Bereich Fußsteigkoppel aus Gründen der Verkehrssicherheit eingerichtet. Dort sei es wiederholt zu Konflikten zwischen Verkehrsteilnehmern gekommen. Durch diese Maßnahmen seien rund 25 öffentliche Stellplätze entfallen.

Eine Zahl von mehr als 150 weggefallenen öffentlichen Stellplätzen könne die Verwaltung anhand ihrer Unterlagen nicht nachvollziehen. Sie verweist unter anderem auf seit Jahren nicht nutzbare Stellplätze in der Tiefgarage des ehemaligen Markant-Marktes. Diese seien nicht öffentlich gewesen und gehörten deshalb nicht zur Bilanz des öffentlichen Straßenraums.

Anwohner rechnet private und temporäre Flächen mit

Der Kronshagener Uwe Steinhoff fasst die Entwicklung breiter. In seiner Aufstellung berücksichtigt er auch private beziehungsweise früher gewerblich genutzte Flächen, vermietete Stellplätze, temporäre Flächen beim Ärztehaus, baustellenbedingte Sperrungen rund um den Markant-Abriss und erwartete Folgen weiterer Straßenplanungen.

Steinhoff berichtet, dass der Parkdruck aus seiner Sicht in die umliegenden Straßen verlagert werde. Gerade spätabends finde er die von der Gemeinde früher genannten freien Plätze in der Umgebung nicht mehr. Auch die Begründung der Halteverbote mit der Durchfahrt von Rettungsfahrzeugen hält er nicht für überzeugend.

Unterschiedliche Kategorien erklären die Differenz

Die Differenz entsteht vor allem durch verschiedene Bezugsgrößen. Die Gemeinde zählt legale öffentliche Stellplätze im Straßenraum. In der Einwohnerrechnung kommen zusätzlich private, vermietete, zeitweise eingerichtete, baustellenbedingt gesperrte und künftig möglicherweise betroffene Flächen vor, deren Wegfall ebenfalls auf den die Situation im Viertel wirken. Auch vorübergehende Veränderungen aufgrund der diversen Baumaßnahmen wirken sich hier negativ aus.

Baustelle und Straßenplanung getrennt betrachten

Für die Markant-Baustelle teilte die Gemeinde Ende Juli mit, dass Parkplätze an der Südseite des früheren Marktes sowie in Henri-Dunant-Allee und Kopperpahler Allee vorübergehend nicht verfügbar seien. Zeitlich begrenzte Plätze sollten verlegt, weitere Ausweichflächen geprüft werden. Eine konkrete Zahl nannte die Gemeinde dazu nicht.

Auch die Planung für die Eckernförder Straße wird in der Diskussion häufig mit der aktuellen Lage verbunden. Die amtliche Vorlage spricht allerdings von einem Radfahrstreifen, nicht von einer Fahrradstraße. Sie verglich zwei Varianten mit 66 beziehungsweise 95 Parkständen. Welche Vorher-Nachher-Wirkung sich aus der Planung ergeben wird hat die Gemeinde in ihrer Antwort nicht beziffert. Aus der Einwohnerschaft wird von einer weiteren Reduzierung um 60 Stellplätze ausgegangen.

Anwohner schildert Einwohnerfragestunde

Steinhoff nahm an der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Verkehrswesen am 17. September teil und wollte in der Einwohnerfragestunde die Parksituation in Kopperpahl ansprechen. Seine Fragen wurden aus seiner Sicht aber nur ausweichend beantwortet. Zudem sei die Lautsprecheranlage trotz seiner Bitte nicht durchgängig genutzt worden, sodass er Teile der Sitzung akustisch nicht verstehen konnte. Er habe die Sitzung vorzeitig verlassen und werde an Einwohnerfragestunden nicht mehr teilnehmen.

Parkraumkonzept ist noch nicht fertig

Seit Mitte Juni lässt die Gemeinde den ruhenden Verkehr zu unterschiedlichen Zeiten im gesamten Gemeindegebiet erfassen. Das beauftragte Büro urbanus untersucht dabei den öffentlichen Straßenraum; private Grundstücke und Stellflächen gehören ausdrücklich nicht zur Erhebung.

Im Umweltausschuss am 17. September stellt das Fachbüro den bisherigen Bearbeitungsstand und den konzeptionellen Ansatz vor. Die Vorlage ist als Kenntnisnahme eingestuft. Ein fertiges Parkraumkonzept oder eine beschlossene Maßnahmenliste liegt damit noch nicht vor. Nach Angaben der Gemeinde soll ein Entwurf erst nach Beratung und entsprechendem Beschluss auf der Gemeindeseite veröffentlicht werden.

Quellen