Von 2020 bis 2025 hat die Polizei im Kreis Rendsburg-Eckernförde neun Verkehrsunfälle mit Beteiligung eines sogenannten Microcars erfasst. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage im Schleswig-Holsteinischen Landtag hervor. Für Kiel weist die Auswertung fünf solcher Unfälle aus.
Acht Leichtverletzte und zwei Schwerverletzte im Kreis
Bei den erfassten Unfällen im Kreis Rendsburg-Eckernförde wurden acht Menschen leicht und zwei schwer verletzt. Für Kiel nennt die Tabelle drei Leichtverletzte und keine Schwerverletzten. Landesweit wurden in den sechs Jahren 75 Unfälle mit Beteiligung eines Fahrzeugs der Klasse L6e registriert. Dabei wurden 51 Menschen leicht und zehn schwer verletzt; getötet wurde nach Angaben der Landesregierung niemand.
Die Zahlen unterscheiden zwischen Unfällen und verletzten Personen. Außerdem bedeutet die Beteiligung eines Microcars nicht, dass dessen Fahrer den Unfall verursacht hat.
Viele Beteiligte waren 15 bis 17 Jahre alt
Die Altersstatistik zählt alle erfassten L6e-Verkehrsteilnehmer – unabhängig davon, ob sie verletzt wurden. Von insgesamt 84 erfassten Beteiligten waren 62 zwischen 15 und 17 Jahre alt, zwei weitere zwischen 10 und 14 Jahre alt.
Auch bei den Fahrerlaubnissen der Klasse AM zeigt sich eine Zunahme. Die Zahl der in Schleswig-Holstein an unter 18-Jährige erteilten AM-Fahrerlaubnisse stieg von 353 im Jahr 2020 auf 928 im Jahr 2025. Fahrerlaubnisse, bei denen die Klasse AM zusammen mit einer anderen Klasse erteilt wurde, sind darin nicht enthalten.
Keine belastbare regionale Unfallrate möglich
Wie viele Microcars in Schleswig-Holstein oder in einzelnen Kreisen tatsächlich unterwegs sind, ist der Landesregierung nicht bekannt. Fahrzeuge der Klasse L6e sind zulassungsfrei; die Zulassungsbehörden führen deshalb keine entsprechenden regionalen Bestandszahlen. Ohne einen solchen Bezugswert lässt sich aus den absoluten Unfallzahlen keine belastbare Unfallrate je Fahrzeug berechnen.
Bundesweit stieg der vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft genannte Bestand von 26.000 Fahrzeugen im Jahr 2022 auf 46.000 im Jahr 2025. Die Landesregierung sieht nach eigener Bewertung derzeit keinen Anlass, die Ausbildung und Prüfung für die Fahrerlaubnisklasse AM wegen der Microcars zu ändern.



