Bild: Bei der Übergabe des Depositums mit historischen Drucken aus Lübeck: Die Universitätsbibliothek Kiel übernimmt den Bestand zur Sicherung und Erschließung. Foto: Henning Arndt, UB Kiel.
382 historische Drucke aus Lübeck kommen zur Aufbereitung und Aufbewahrung an die Universitätsbibliothek der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Die katholische Pfarrei „Zu den Lübecker Märtyrern“ und die UB Kiel haben dafür einen Depositalvertrag geschlossen.
Ältester Druck stammt aus dem Jahr 1548
Der Bestand umfasst Bücher aus der Zeit vor 1850. Dazu gehören Predigtsammlungen, Bibeln und liturgische Texte. Der älteste Druck stammt laut Universität aus dem Jahr 1548. Einige Bände tragen Besitzvermerke der Lübecker Jesuitenmission, die von 1644 bis 1772 in Lübeck tätig war.
Die Bücher dokumentieren die Geschichte des katholischen Lebens in Lübeck, einer über Jahrhunderte lutherisch geprägten Stadt. Bisher gibt es nach Angaben der Universität nur ein behelfsmäßiges Inventar. Die weitere Erschließung soll deshalb neue Anknüpfungspunkte für Kirchen- und Landesgeschichte schaffen.
Sicherung, Digitalisierung und öffentliche Nutzung
Die Drucke wurden bislang in einem Nebengebäude der Herz-Jesu-Kirche Lübeck aufbewahrt. Dort war eine fachgerechte konservatorische Betreuung und wissenschaftliche Erschließung nach Angaben der Beteiligten nicht möglich. Zunächst steht die Sicherung des restaurierungsbedürftigen Bestands im Mittelpunkt.
Die UB Kiel will die Werke erschließen, in überregionalen Datenbanken nachweisen und digitalisieren. Über das Portal „SchriftGut.SH“ sollen sie später öffentlich zugänglich werden. Perspektivisch sind außerdem gemeinsame Ausstellungen geplant. Für notwendige Restaurierungen wollen die Pfarrei und die Universitätsbibliothek gemeinsam Mittel einwerben.
Quelle
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: Wertvolles Kulturerbe bleibt in SH, 26. August 2026.



