Bild: Bild: Fabian Horst, File:2020-12-09 – Rathaus Kiel und Opernhaus bei Nacht.jpg, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia CommonsLizenz: CC BY-SA 4.0Quelle: …
Der Kieler Bauausschuss berät am Donnerstag, 3. September, über mehrere Vorhaben der Stadtentwicklung, Infrastruktur und Wohnraumförderung. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Neuen Rathaus, Raum D 604. Beschlüsse oder Empfehlungen der Sitzung liegen noch nicht vor.
Schwentineufer Süd: Start für neues Planverfahren
Am südlichen Schwentineufer zwischen GEOMAR und Lunaplatz soll ein vorhabenbezogener Bebauungsplan auf den Weg gebracht werden. Vorgesehen ist, die bislang als Bootslager und für Bootsreparaturen genutzte Fläche von rund 1,2 Hektar überwiegend für Wohnen und ergänzendes Gewerbe zu entwickeln. Die Verwaltung nennt rund 15.350 Quadratmeter Geschossfläche; mindestens zwei Drittel davon sollen dem Wohnen dienen. Nach dem Kieler Baulandmodell sollen 30 Prozent der Wohn-Geschossfläche öffentlich gefördert entstehen.
Zur Entscheidung stehen der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan 1048V und ein Letter of Intent mit der Grundstückseigentümerin. Dieser schafft nach der Vorlage noch keinen Anspruch auf einen Bebauungsplan und ersetzt keinen späteren Durchführungsvertrag. Vorgesehen sind unter anderem ein Architektur- und Freiraumwettbewerb, ein rund zehn Meter breiter Streifen für eine öffentliche Uferpromenade und Parkfläche sowie Prüfungen zu Altlasten und Hochwasserschutz. Die Stadt beziffert ihre Verfahrenskosten derzeit auf rund 7.500 Euro. Eine öffentliche Beteiligung ist erst im weiteren Planverfahren vorgesehen.
Weitere Wohn- und Bauvorhaben
Für den bestehenden LIDL-Markt an der Werftstraße 197 in Gaarden-Ost soll ebenfalls ein vorhabenbezogener Bebauungsplan beginnen. Der Markt soll ersetzt und die Verkaufsfläche auf 1.200 Quadratmeter erweitert werden. Die Verwaltung will dabei die Anbindung an die geplanten Werftterrassen, Lieferverkehr, Lärm und eine ergänzende Wohnnutzung prüfen. Das vorliegende Einzelhandelsgutachten aus 2023 nannte noch maximal 1.100 Quadratmeter; die Verwaltung begründet die nun vorgeschlagenen 1.200 Quadratmeter mit der gestiegenen Zahl geplanter Wohnungen im Umfeld. Die Planungskosten soll der Vorhabenträger übernehmen.
Auf der Vorhabenliste für die soziale Wohnraumförderung 2027 stehen zehn Projekte mit zusammen 540 möglichen geförderten Wohnungen. Die Verwaltung hält nach eigener Einschätzung Förderzusagen für etwa 180 bis 250 Wohnungen für realistisch. Der Eintrag ist Voraussetzung für eine spätere Auswahl durch das Land, aber noch keine Förderzusage. Die CDU beantragt, das KiWoG-Projekt an der Adelheidstraße von der Liste zu streichen. Separat beantragt sie eine Prüfung, ob unter diesem geplanten Neubau ein Parkhaus entstehen kann. Das wäre nach dem Antrag mit vermietbaren Stellplätzen sowie zeitlich begrenzten Plätzen für Fahrräder, Zweiräder und Autos zu konzipieren.
Infrastruktur: Konzept und Baustelle
Das Tiefbauamt möchte ein integriertes Substanzerhaltungskonzept für Kanäle, Straßen, Wege und Plätze erarbeiten lassen. Es soll auf Zustandsdaten, Alterungsmodellen und Sanierungsszenarien beruhen und einen Zehnjahresplan vorbereiten. Als voraussichtliche Laufzeit nennt die Vorlage 24 Monate. Der Finanzcheck weist über drei Jahre 53.000 Euro Aufwendungen und 470.000 Euro investive Auszahlungen aus. Daraus folgt noch kein beschlossener Sanierungsumfang oder eine Gebührenänderung; diese Fragen sollen gerade erst anhand der Daten bewertet werden.
Außerdem nimmt der Ausschuss eine Mitteilung zur zweiten Druckrohrleitung an der Pumpstation Heidenberger Teich zur Kenntnis. Im Abschnitt Russeer Weg und Hofholzallee sollen rund 1.200 Meter Schmutzwasserdruckrohrleitung neu gebaut, Kanäle saniert, die Asphaltdecke erneuert und vier Bushaltestellen barrierefrei umgebaut werden. Die Verwaltung plant die Arbeiten von Oktober 2026 bis voraussichtlich Ende 2029. Über die Zuschlagserteilung soll anschließend der Finanzausschuss beraten.
Was sonst auf der öffentlichen Agenda steht
Weitere Punkte betreffen unter anderem die Benennung von „Grönlandplatz“ in Kiel-Mitte und „Ankerwiese“ in Schilksee, eine mögliche dauerhafte Übertragung des Winterdienstes an 107 Kieler Schulen und Kitas auf den Abfallwirtschaftsbetrieb, die Beleuchtung am Skaterplatz Wellsee sowie Berichte zu Kanalisation, KI-Anwendungen im Tiefbauamt und der Windenergie-Planung. Nichtöffentliche Tagesordnungspunkte wurden für diese Vorschau nicht ausgewertet.
Quellen
- Öffentliche Tagesordnung
- Schwentineufer Süd: Letter of Intent (Drs. 0863/2026)
- Schwentineufer Süd: Aufstellungsbeschluss (Drs. 0864/2026)
- LIDL Werftstraße: Aufstellungsbeschluss (Drs. 0888/2026)
- Substanzerhaltung Kanal und Straße (Drs. 0814/2026)
- Soziale Wohnraumförderung 2027 (Drs. 0833/2026)
- Winterdienst an Schulen und Kitas (Drs. 0816/2026)
- Druckrohrleitung Heidenberger Teich (Drs. 0792/2026)



