Bild: Impressionen des winterlichen Kiels, aufgenommen am 18. Januar 2018 vom Turm des Rathauses. Foto: Lh Kiel / Bodo Quante
Der Kieler Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung berät am 2. September über mehr Transparenz bei großen Stadtprojekten, öffentliches WLAN in Mettenhof und die künftige Organisation des Winterdienstes an Schulen und Kitas. Mehrere Berichte betreffen außerdem Mehrweg auf Veranstaltungen, den ÖPNV und KI-Anwendungen im Tiefbauamt.
Dashboard für große Projekte steht erneut auf der Tagesordnung
CDU und SSW beantragen ein öffentlich zugängliches digitales Dashboard für wesentliche große städtische Projekte. Es soll Projektstand, Zeitplan, wesentliche Änderungen, Ansprechpersonen sowie Beteiligungs- und Informationsmöglichkeiten an einer Stelle bündeln. Die Verwaltung soll zunächst bis September 2026 technische und organisatorische Voraussetzungen sowie nutzbare bestehende Systeme darstellen. Der Antrag war bereits im Mai aus der Ratsversammlung verwiesen und im Juli im Ausschuss vertagt worden; eine Entscheidung steht somit weiter aus.
Ein Änderungsantrag der AfD will das Dashboard auf alle Projekte mit einem Volumen von mehr als 50 Millionen Euro zuschneiden und eine detaillierte Kostenaufstellung je Projekt ergänzen. Beide Texte sind politische Anträge. Ob und in welcher Fassung der Ausschuss sie beschließt, ist offen.
WLAN-Ausbau in Mettenhof und Sicherung für Gaarden
Die Verwaltung schlägt vor, an fünf Orten in Mettenhof öffentliches SH_WLAN einzurichten und die Anmeldung mit lokalen Hinweisen zu Beratungsangeboten, Beteiligung und Veranstaltungen zu verbinden. Vorgesehen sind Kurt-Schumacher-Platz, Skatepark, Freizeit- und Bewegungspark am Heidenberger Teich, der Park am Silke-Reyer-Weg und das Ufer an der Pumpstation. Mehrsprachigkeit und Anforderungen der Barrierefreiheits-Informationstechnik-Verordnung sollen noch geklärt werden.
Der vorläufige Kostenrahmen für Mettenhof und den Weiterbetrieb in Gaarden über 36 Monate beträgt 83.244,39 Euro. Davon entfallen 61.274,61 Euro auf Mettenhof, einschließlich geschätzter Kosten für Stromversorgung und Fundamente. Die Verwaltung weist darauf hin, dass die Angaben auf Annahmen etwa zur Funkanbindung und Montage beruhen und noch keine belastbare Kostenermittlung darstellen. Haushaltsmittel wären ab 2027 einzuplanen; die Finanzierung des Gaardener Angebots ist bisher bis zum 30. Juni 2027 gefördert.
Winterdienst an 107 städtischen Standorten
Für den Winterdienst an Schulen und Kitas schlägt die Verwaltung eine dauerhafte Aufgabenübertragung von der Immobilienwirtschaft an den Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel vor. Betroffen sind derzeit 107 Liegenschaften mit rund 132.000 Quadratmetern Fläche. Der ABK soll einen noch zu vereinbarenden festen Preis pro Quadratmeter erhalten; für 2027 nennt die Vorlage einen Aufwuchs von 37 nachrichtlich geführten Planstellen. Die Straßenreinigungsgebühr soll nach der Vorlage nicht belastet werden.
Hintergrund sind Probleme mit extern vergebenen Leistungen im Winter 2025/26. Nach Angaben der Verwaltung wurden die geforderten Leistungen im tatsächlichen oder andauernden Einsatzfall nicht verlässlich in der erforderlichen Qualität erbracht. Die Vorlage durchläuft nach dem Wirtschaftsausschuss noch den Bauausschuss und die Ratsversammlung.
Offene Fragen vor der Beratung
Beim Dashboard ist noch offen, welche Projekte als wesentlich gelten, welche Daten die Stadt technisch bündeln kann und ob eine feste Kostenschwelle sinnvoll ist. Beim WLAN müssen unter anderem Strom- und Montagesituationen sowie die dauerhafte Finanzierung geklärt werden. Für den Winterdienst stehen der verbindliche Quadratmeterpreis und die konkrete Vereinbarung zwischen Immobilienwirtschaft und ABK noch aus.
Berichte zu Mehrweg, ÖPNV und KI
Der Ausschuss nimmt weitere Mitteilungen zur Kenntnis. Beim Kieler Mehrweggebot für Veranstaltungen berichtet die Verwaltung von Fortschritten, aber auch von Kosten- und Personalfragen für Veranstaltende und Stände. Sie will begründete Ausnahmen künftig auch unabhängig von der Veranstaltungsgröße prüfen. Der ÖPNV-Bericht weist darauf hin, dass neben den nach EU-Vorgaben ausgewiesenen Leistungen 2025 weitere 3.191.150,03 Euro für tarifliche Maßnahmen außerhalb des Schleswig-Holstein-Tarifs angefallen sind.
Das Tiefbauamt berichtet über KI-gestützte Anwendungen, von Dokumentenrecherche und Textentwürfen bis zur Datenauswertung an Lichtsignalanlagen und dauerhaft arbeitender Anlagensteuerung im Klärwerk. Nach der Vorlage gelten dafür städtische Leitlinien und eine Rahmendienstvereinbarung.
Was das für Kronshagen bedeutet
Unmittelbare Entscheidungen für Kronshagen trifft der Kieler Ausschuss nicht. Mittelbar sind die Themen für Menschen aus Kronshagen relevant, die Kieler Busse, Angebote der Stadt oder größere Kieler Projekte nutzen. Ob aus den Beratungen konkrete Änderungen entstehen, hängt von den weiteren Beschlüssen in den zuständigen Gremien ab.
Quellen
- Landeshauptstadt Kiel: Tagesordnung des Ausschusses für Wirtschaft und Digitalisierung am 2. September 2026
- Landeshauptstadt Kiel: Drs. 0565/2026-02, Transparenz-Dashboard für große Projekte
- Landeshauptstadt Kiel: Drs. 0589/2026, Änderungsantrag Transparenz-Dashboard
- Landeshauptstadt Kiel: Drs. 0861/2026, SH_WLAN in Mettenhof und Gaarden
- Landeshauptstadt Kiel: Drs. 0816/2026, Winterdienst an Schulen und Kitas
- Landeshauptstadt Kiel: Drs. 0813/2026, Mehrweggebot auf Veranstaltungen
- Landeshauptstadt Kiel: Drs. 0819/2026, KI im Tiefbauamt
- Landeshauptstadt Kiel: Drs. 0830/2026, Kennzahlen des Kieler ÖPNV



