Bild: Impressionen des winterlichen Kiels, aufgenommen am 18. Januar 2018 vom Turm des Rathauses. Foto: Lh Kiel / Bodo Quante
Der Ausschuss für Finanzen, Inneres und Gleichstellung der Landeshauptstadt Kiel berät am Dienstag, 8. September, ab 17 Uhr im Rathaus über den 1. Nachtragshaushalt 2026 und weitere Vorlagen mit finanziellen oder stadtweiten Auswirkungen. Die Sitzung findet im Magistratssaal, Fleethörn 9, statt.
Defizit steigt auf 141,4 Millionen Euro
Schwerpunkt ist der 1. Nachtragshaushalt für 2026. Nach der Vorlage steigt der erwartete Jahresfehlbetrag im Ergebnishaushalt von 100,9 auf 141,4 Millionen Euro. Zugleich soll das investive Kreditvolumen von 146,49 auf 120 Millionen Euro sinken. Die Verpflichtungsermächtigungen werden von 102,144 auf 85 Millionen Euro reduziert.
Hintergrund sind Vorgaben der Kommunalaufsicht nach der Genehmigung des Kieler Haushalts. Die Verwaltung erklärt, sie habe die Investitionen vollständig neu überplant. Eine von der Kommunalaufsicht geforderte globale Minderaufwendung von 1,5 Prozent im Ergebnishaushalt könne dagegen nicht umgesetzt werden. Die Stadt kündigt deshalb weitere Konsolidierungsmaßnahmen und restriktivere Regeln für die Haushaltsbewirtschaftung bis zum Jahresende an. Über den Nachtragshaushalt soll anschließend die Ratsversammlung entscheiden.
WLAN-Ausbau in Mettenhof
Beraten wird außerdem ein öffentliches SH_WLAN an fünf Standorten in Mettenhof: am Kurt-Schumacher-Platz, am Skatepark, am Freizeit- und Bewegungspark am Heidenberger Teich, im Park am Silke-Reyer-Weg und an der Uferseite des Heidenberger Teichs. Eine vorgeschaltete Informationsseite soll auf Beratungsangebote, Beteiligungsmöglichkeiten und Veranstaltungen im Stadtteil hinweisen. Die Inhalte sollen mehrsprachig und barrierefrei zugänglich werden.
Für Mettenhof und den Weiterbetrieb des WLANs in Gaarden nennt die Vorlage über 36 Monate einen vorläufigen Kostenrahmen von 83.244,39 Euro. Darin enthalten sind unter anderem Technik, Installation, Richtfunk sowie geschätzte Kosten für Stromversorgung und Fundamente. Die Stadt weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich noch nicht um eine belastbare Kostenermittlung handelt. Für Gaarden ist die Förderung bis zum 30. Juni 2027 gesichert; anschließend müsste der Weiterbetrieb aus dem städtischen Haushalt finanziert werden.
Feuerwerk, Schulessen und weitere Finanzvorlagen
Der Präventionsbeirat möchte die Kampagne gegen privates Silvesterfeuerwerk zum Jahreswechsel 2026/2027 fortsetzen. Sie soll stärker über bereits geltende Verbots- und Schutzbereiche informieren. Dafür sind bis zu 5.000 Euro aus Mitteln des Präventionsrats vorgesehen. Der Ausschuss soll über den Antrag entscheiden.
SPD und Bündnis 90/Die Grünen beantragen außerdem, die Dynamisierung des Schulessens bis 2028 zu befristen. Danach sollen die tatsächlichen Kostensteigerungen ausgewertet und die weitere Regelung neu beraten werden. Eine Entscheidung ist für die Ratsversammlung am 17. September vorgesehen.
Auf der Tagesordnung stehen daneben der Gesamtabschluss 2023, der Zuwendungsbericht 2025, eine mögliche Förderung für die Sanierung des Kunstrasenplatzes K1 im Nachwuchsleistungszentrum von Holstein Kiel und der Ausbau des öffentlichen WLANs. Der Gesamtabschluss weist für 2023 einen Gesamtjahresüberschuss von 150,5 Millionen Euro aus, nachdem die Kernverwaltung mit 106,4 Millionen Euro abschloss. Der Zuwendungsbericht beziffert die städtischen Zuwendungen 2025 auf insgesamt 226,8 Millionen Euro. Für die Platzsanierung ist eine Zuwendung von 301.264,14 Euro vorgesehen – vorbehaltlich der Genehmigung des Nachtragshaushalts.
Öffentliche Quellen
- Tagesordnung des Ausschusses für Finanzen, Inneres und Gleichstellung am 8. September 2026
- Drucksache 0918/2026: 1. Nachtragshaushaltssatzung 2026
- Drucksache 0861/2026: SH_WLAN in Mettenhof und Gaarden
- Drucksache 0891/2026: Kampagne gegen privates Silvesterfeuerwerk
- Drucksache 0703/2026: Keine Dynamisierung des Schulessens
- Drucksache 0757/2026: Gesamtabschluss 2023
- Drucksache 0922/2026: Zuwendungsbericht 2025
- Drucksache 0637/2026: Zuwendung für die Sanierung des Platzes K1



