Bild: Impressionen des winterlichen Kiels, aufgenommen am 18. Januar 2018 vom Turm des Rathauses. Foto: Lh Kiel / Bodo Quante
Der Kieler Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität berät am Dienstag, 1. September, über ein Konzept für Kanalnetz und Straßen, ein mögliches Parkhaus in der Adelheidstraße und eine Informationskampagne gegen privates Silvesterfeuerwerk. Neu auf der öffentlichen Tagesordnung steht zudem ein Bericht zum mobilen „Klima Kiosk“. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Magistratssaal des Rathauses; Beschlüsse stehen noch aus.
Konzept für Straßen und Kanalnetz
Die Verwaltung beantragt ein integriertes Substanzerhaltungskonzept für Kiels Kanalnetz sowie Straßen, Wege und Plätze. Es soll auf Zustandserfassungen, Alterungsmodellen und Sanierungsszenarien aufbauen und in einen Zehnjahresplan münden. Die Verwaltung verweist auf mehr als 1.200 Kilometer Schmutz- und Regenwasserkanäle sowie über 710 Kilometer Straßen. Synergien mit Stadtbahn, Wärmewende und anderen Baumaßnahmen sollen berücksichtigt werden.
Für die Erarbeitung rechnet die Vorlage mit rund 24 Monaten. Die investive Kostenschätzung liegt bei rund 470.000 Euro: rund 250.000 Euro für den Kanal-Baustein und rund 220.000 Euro für den Straßen-Baustein. Für die Folgejahre müssen Mittel teils noch in die Haushaltsplanung aufgenommen werden; die Maßnahme steht deshalb unter Haushaltsvorbehalt. Der Ausschuss berät am 1. September vor, die Ratsversammlung soll am 17. September entscheiden.
Parkhaus-Antrag und Feuerwerk
Auf der Tagesordnung steht ein Antrag der CDU-Ratsfraktion, ein Parkhaus unter einer geplanten KiWoG-Wohnbebauung in der Adelheidstraße prüfen zu lassen. Vorgesehen wären nach dem Antrag dauerhaft vermietbare und zeitlich befristete Stellplätze für Fahrräder, Lastenräder, motorisierte Zweiräder und Kraftfahrzeuge, außerdem Ladepunkte und Fahrradboxen. Die CDU begründet die Prüfung unter anderem mit dem nach ihrer Darstellung geplanten Wegfall von mehr als 80 kostenfreien Kfz-Stellplätzen.
Ob das Projekt technisch und finanziell tragfähig ist, bleibt offen: Der Antrag enthält weder eine Kostenschätzung noch eine Finanzierungszusage. Er steht zunächst zur Vorberatung im Umweltausschuss und danach im Bauausschuss an; entscheiden soll die Ratsversammlung.
Weiter beraten werden eine beantragte städtische Informationskampagne gegen privates Silvesterfeuerwerk für den Jahreswechsel 2026/2027 sowie ein SSW-Antrag zu erweiterten kommunalen Möglichkeiten für Böllerverbotszonen. Für die Kampagne sind nach der Vorlage bis zu 5.000 Euro aus den dem Präventionsrat zugeordneten Haushaltsmitteln vorgesehen.
CO2-Pilotanlage und Klima Kiosk
Das Tiefbauamt berichtet außerdem über eine geplante Pilotanlage der Planeteers GmbH am Klärwerk Bülk. Sie soll CO2 aus dem Blockheizkraftwerk abscheiden und über einen beschleunigten Verwitterungsprozess in gelöste Kohlenstoffverbindungen überführen. Laut Verwaltung beträgt die nominale Abscheide- und Speicherkapazität bis zu 625 Tonnen CO2 pro Jahr. Die Mitteilung ist für den Ausschuss und die Ratsversammlung zur Kenntnisnahme vorgesehen, nicht zur Entscheidung. GEOMAR soll mögliche Folgen für das maritime Ökosystem wissenschaftlich untersuchen.
Der nun zusätzlich angesetzte Bericht zum „Klima Kiosk“ betrifft ein mobiles Informations- und Beteiligungsangebot der Stadt auf einem E-Lastenrad. Themenboxen behandeln unter anderem Stromsparen, Heizen, energetische Sanierung und Solarenergie; vorgesehen sind Einsätze bei Veranstaltungen und an zentralen Orten in Kiel. Laut Verwaltung wird das Projekt mit 40.250 Euro von der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein gefördert. Für das laufende Haushaltsjahr weist der Finanzcheck 21.600 Euro Erträge und Aufwendungen aus, darunter 18.700 Euro investiv. Der Ausschuss nimmt die Mitteilung zur Kenntnis.
Aus den öffentlichen Unterlagen folgt weder für das Infrastrukturkonzept noch für die Kieler Projekte ein unmittelbarer Beschluss für Kronshagen. Die Themen Verkehr, Wärme und Klimaschutz können regional mittelbar von Interesse sein; konkrete Auswirkungen auf die Gemeinde sind nicht belegt.
Primärquellen:
Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität
Verwaltungsvorlage zum Substanzerhaltungskonzept Kanal und Straße (Drs. 0814/2026-02)
CDU-Antrag zum möglichen Parkhaus in der Adelheidstraße (Drs. 0909/2026)
Antrag des Präventionsrats zur Kampagne gegen privates Silvesterfeuerwerk (Drs. 0891/2026)
Mitteilung zur geplanten CO2-Pilotanlage am Klärwerk Bülk (Drs. 0827/2026-01)
Mitteilung „Klima Kiosk: Klimaschutzstadt Kiel on Tour“ (Drs. 0851/2026)



