Bild: Ein Regenbogen über dem Kieler Rathaus. Foto: Ralf Lohse
Der Kieler Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität berät am Dienstag, 1. September, über ein neues Konzept für Kanalnetz und Straßen sowie über ein mögliches Parkhaus in der Adelheidstraße. Außerdem liegt eine Mitteilung zu einer geplanten CO2-Pilotanlage am Klärwerk Bülk vor. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Magistratssaal des Rathauses; die Entscheidungen stehen noch aus.
Konzept für Straßen und Kanalnetz
Die Verwaltung beantragt ein integriertes Substanzerhaltungskonzept für Kiels Kanalnetz sowie Straßen, Wege und Plätze. Es soll auf Zustandserfassungen, Alterungsmodellen und Sanierungsszenarien aufbauen und in einem Zehnjahresplan münden. Die Verwaltung verweist auf mehr als 1.200 Kilometer Schmutz- und Regenwasserkanäle sowie über 710 Kilometer Straßen. Synergien mit Stadtbahn, Wärmewende und anderen Baumaßnahmen sollen berücksichtigt werden.
Für die Erarbeitung rechnet die Vorlage mit rund 24 Monaten. Die investive Kostenschätzung liegt bei rund 470.000 Euro: rund 250.000 Euro für den Kanal-Baustein und rund 220.000 Euro für den Straßen-Baustein. Für die Folgejahre müssen Mittel teils noch in die Haushaltsplanung aufgenommen werden; die Maßnahme steht deshalb unter Haushaltsvorbehalt. Der Ausschuss berät am 1. September vor, die Ratsversammlung soll am 17. September entscheiden.
Parkhaus-Antrag und Feuerwerk
Neu auf der Tagesordnung steht ein Antrag der CDU-Ratsfraktion, ein Parkhaus unter einer geplanten KiWoG-Wohnbebauung in der Adelheidstraße prüfen zu lassen. Vorgesehen wären nach dem Antrag dauerhaft vermietbare und zeitlich befristete Stellplätze für Fahrräder, Lastenräder, motorisierte Zweiräder und Kraftfahrzeuge, außerdem Ladepunkte und Fahrradboxen. Die CDU begründet die Prüfung unter anderem mit dem nach ihrer Darstellung geplanten Wegfall von mehr als 80 kostenfreien Kfz-Stellplätzen.
Ob das Projekt technisch und finanziell tragfähig ist, bleibt offen: Der Antrag enthält weder eine Kostenschätzung noch eine Finanzierungszusage. Er steht zunächst zur Vorberatung im Umweltausschuss und danach im Bauausschuss an; entscheiden soll die Ratsversammlung.
Weiter beraten werden eine beantragte städtische Informationskampagne gegen privates Silvesterfeuerwerk für den Jahreswechsel 2026/2027 sowie ein SSW-Antrag zu erweiterten kommunalen Möglichkeiten für Böllerverbotszonen. Für die Kampagne sind nach der Vorlage bis zu 5.000 Euro aus den dem Präventionsrat zugeordneten Haushaltsmitteln vorgesehen.
CO2-Pilotanlage am Klärwerk Bülk
Das Tiefbauamt berichtet außerdem über eine geplante Pilotanlage der Planeteers GmbH am Klärwerk Bülk. Sie soll CO2 aus dem Blockheizkraftwerk abscheiden und über einen beschleunigten Verwitterungsprozess in gelöste Kohlenstoffverbindungen überführen. Laut Verwaltung beträgt die nominale Abscheide- und Speicherkapazität bis zu 625 Tonnen CO2 pro Jahr.
Die Mitteilung ist für den Ausschuss und die Ratsversammlung zur Kenntnisnahme vorgesehen, nicht zur Entscheidung. Die Verwaltung erklärt, das Kieler GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung werde mögliche Folgen für das maritime Ökosystem wissenschaftlich untersuchen. Für die Stadt seien bei der Pilotanlage keine weiteren Lasten vorgesehen; ein Kooperationsvertrag ist laut Vorlage separat geplant. Konkrete Auswirkungen auf Kronshagen lassen sich aus den öffentlichen Unterlagen nicht ableiten.
Primärquellen:
Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität
Verwaltungsvorlage zum Substanzerhaltungskonzept Kanal und Straße (Drs. 0814/2026-02)
CDU-Antrag zum möglichen Parkhaus in der Adelheidstraße (Drs. 0909/2026)
Antrag des Präventionsrats zur Kampagne gegen privates Silvesterfeuerwerk (Drs. 0891/2026)
Mitteilung zur geplanten CO2-Pilotanlage am Klärwerk Bülk (Drs. 0827/2026-01)



