Zum Inhalt
KronshagenNewsNachrichten, Einordnung und Dokumentation für Kronshagen

Kiel · Kiel

Kieler Umweltausschuss: Verkehr und Mehrweg

Kiels Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität tagt am 1. September. Auf der Tagesordnung stehen Vision Zero, Stadtbahn, Verkehrsfragen im Kieler Westen, Mehrwegförderung und ein CO₂-Projekt am Klärwerk Bülk.

Christian Muschick ·

Bild: Ein Regenbogen über dem Kieler Rathaus. Foto: Ralf Lohse

Der Kieler Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität kommt am Dienstag, 1. September 2026, um 17 Uhr im Magistratssaal des Rathauses zusammen. Die öffentliche Tagesordnung reicht von einem neuen Verkehrssicherheitskonzept über den Sachstand der Stadtbahn bis zu Mehrwegverpackungen, Kanal- und Straßensanierungen sowie einem Klimaschutzprojekt am Klärwerk Bülk. Die Sitzung ist eine Vorschau: Über die zur Entscheidung oder Vorberatung angesetzten Anträge ist noch nicht beschlossen.

Vision Zero und Stadtbahn auf der Tagesordnung

Das Tiefbauamt stellt das Verkehrssicherheitskonzept „Vision Zero“ in einer kurzen Präsentation vor (Drs. 0795/2026). Der Punkt ist zur Kenntnisnahme angesetzt. Das Leitbild verfolgt das Ziel, schwere und tödliche Verkehrsunfälle zu verhindern. Daneben soll die Verwaltung über den aktuellen Sachstand der Kieler Stadtbahn berichten. Eine eigene Drucksache ist diesem mündlichen Bericht in der veröffentlichten Tagesordnung bislang nicht zugeordnet.

Mehrere weitere Punkte betreffen die Sicherheit und Organisation des Verkehrs. Der Ausschuss soll über einen Antrag des Beirats für Seniorinnen und Senioren zu Parksensoren an Kreuzungen und Einmündungen entscheiden (Drs. 1290/2025). Ebenfalls zur Entscheidung stehen eine rote Markierung von Fahrradspuren im Bereich Prinz-Heinrich-Straße, Richthofenstraße und Immelmannstraße (Drs. 0763/2026) sowie ein Antrag zur Verkehrsführung am Skandinaviendamm und an der Melsdorfer Straße (Drs. 0728/2026).

Westliches Kiel: Verkehrsführung und Veloroute

Für Kronshagen hat die Beratung vor allem dort einen möglichen praktischen Bezug, wo Verkehrsachsen im Kieler Westen behandelt werden. Neben der Verkehrsführung Skandinaviendamm/Melsdorfer Straße liegt ein Antrag des Ortsbeirats Schreventeich/Hasseldieksdamm zur Neuaufteilung der Verkehrsflächen an der Eckernförder Straße auf Höhe des Wilhelmplatzes vor. Ziel des Antrags ist nach seiner Bezeichnung, die dortige Gastronomie zu stärken (Drs. 0654/2026). Beide Punkte sind zur Entscheidung gestellt.

Das Tiefbauamt berichtet außerdem über die Veloroute 2 im Bereich der Immelmannstraße (Drs. 0796/2026). Die städtische Routenbeschreibung weist die Veloroute als Verbindung durch Mettenhof bis zum Skandinaviendamm aus; dort bindet sie an die Regionsroute nach Melsdorf an. Der konkrete Bericht zur Immelmannstraße steht lediglich zur Kenntnisnahme. Welche Folgen sich daraus für den regionalen Radverkehr ergeben, lässt sich der Tagesordnung allein noch nicht entnehmen.

Mehrwegförderung und Mehrweggebot

Das Umweltschutzamt legt mehrere Zero-Waste-Punkte vor. Zur Vorberatung steht die Förderung von Mehrwegverpackungen (Drs. 0890/2026). Weitere Mitteilungen betreffen das Mehrweggebot bei Veranstaltungen sowie die Mehrwegberatung und den Kieler Mehrwegverbund (Drs. 0813/2026 und 0823/2026). Die Stadt verfolgt bereits seit 2020 ein Zero-Waste-Konzept. Für Speisen und Getränke auf öffentlichen Flächen und in städtischen Einrichtungen sieht Kiel grundsätzlich wiederverwendbare Verpackungen und Behältnisse vor; Ausnahmen sind nach den städtischen Angaben in begründeten Einzelfällen möglich.

Für Betriebe gilt daneben die bundesrechtliche Mehrwegangebotspflicht. Der Ausschuss berät bei der Förderung daher nicht über die Einführung dieser Pflicht, sondern über eine kommunale Unterstützung im Rahmen des Kieler Zero-Waste-Programms. Art, Höhe und Empfängerkreis einer möglichen Förderung sollten erst anhand der Vorlage und der Ausschussberatung abschließend eingeordnet werden.

Kanalisation, Straßen und CO₂-Speicherung

Zu den größeren Infrastrukturthemen gehört das Substanzerhaltungskonzept für Kanal und Straße (Drs. 0814/2026-01), das zur Vorberatung angesetzt ist. Daneben nimmt der Ausschuss eine Stellungnahme der Verwaltung zur geforderten Sanierungsstrategie und transparenten Investitionsdarstellung für die Kieler Kanalisation zur Kenntnis (Drs. 0815/2026). Eine weitere Mitteilung bewertet die von der CDU beantragte Ausgliederung der Abwasserbeseitigung (Drs. 0791/2026).

Am Klärwerk Bülk soll nach der Tagesordnung ein gemeinsames Innovationsprojekt zur Entnahme und dauerhaften Speicherung von CO₂ aus dem Blockheizkraftwerk vorgestellt werden (Drs. 0827/2026). Das Klärwerk reinigt nach Angaben der Stadt jährlich rund 19 Millionen Kubikmeter Schmutzwasser und ist an Kiel sowie 20 Umlandgemeinden angebunden. Der Ausschuss nimmt den Bericht zur Kenntnis; der nichtöffentliche Kooperationsvertrag mit einem Unternehmen wird im Artikel nicht ausgewertet.

Weitere Entscheidungen

Zur Entscheidung stehen außerdem die Beleuchtung des Skaterplatzes Wellsee samt Änderungsanträgen, die Beleuchtung zweier Spielflächen in Gaarden und Mettenhof sowie ein Ausbau der Adolf-Westphal-Straße einschließlich der Einmündung Bahnhofstraße und einer Signalisierung für Straßen- und Bahnverkehr. Über Verbesserungen am Nordmarksportfeld sowie die Einziehung von Park- und Verkehrsflächen am Westring, in der Adelheidstraße und in der Schlimbachallee wird zunächst vorberaten.

Die öffentliche Sitzung beginnt am 1. September um 17 Uhr im Magistratssaal des Kieler Rathauses, Fleethörn 9. Die veröffentlichten Unterlagen können bis zur Sitzung noch ergänzt oder geändert werden. Nichtöffentliche Inhalte wurden nicht ausgewertet.

Primärquellen:
Landeshauptstadt Kiel: Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität am 1. September 2026 (A6/26/935)
Landeshauptstadt Kiel: Verkehrssicherheit
Landeshauptstadt Kiel: Stadtbahn
Landeshauptstadt Kiel: Zero-Waste-Strategie
Landeshauptstadt Kiel: Mehrweg ist unser Weg
Landeshauptstadt Kiel: Klärwerk Bülk