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Gesellschaft · Kreis Rendsburg-Eckernförde

Kita-Ausfälle: Kreis-Daten bleiben lückenhaft

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde fehlen für 82,6 bis 91,1 Prozent der Kita-Gruppen vollständige Monatsdaten. Die 288 gemeldeten Schließungs- und Kürzungstage sind deshalb nur eine bekannte Untergrenze.

Christian Muschick ·

Bild: Kreishaus in Eckernförde, Amtsgebäude des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Bild: kreis-rendsburg-eckernfoerde.de (amtliche Quelle, Fotograf dort nicht genannt)

Für den Kreis Rendsburg-Eckernförde lässt sich aus den neuen Landesdaten nicht zuverlässig ablesen, wie oft Kindertagesstätten ungeplant schließen oder ihre Öffnungszeiten verkürzen. Von Januar bis Juni 2026 fehlten je nach Monat für 82,6 bis 91,1 Prozent der Kita-Gruppen vollständige Datensätze.

288 gemeldete Ausfall- und Kürzungstage

In den vorhandenen Einträgen zählt die Landesregierung für den Kreis im ersten Halbjahr insgesamt 288 betroffene Betreuungstage auf Gruppenebene. Davon waren 135 vollständige Gruppenschließungen. Weitere 153 Einträge entfielen auf verkürzte Öffnungszeiten oder anteilige Schließungen.

Monat 2026 Fehlende Datensätze Schließungen und Kürzungen davon vollständig davon teilweise/verkürzt
Januar 82,6 % 58 33 25
Februar 83,1 % 115 58 57
März 83,9 % 27 12 15
April 85,1 % 31 12 19
Mai 85,5 % 30 14 16
Juni 91,1 % 27 6 21

Die Zahl ist keine Bilanz einzelner Kitas

Die Statistik zählt nicht Einrichtungen, Vorfälle oder betroffene Familien. Erfasst wird jeder betroffene Betreuungstag einer einzelnen Gruppe. Wird eine mehrgruppige Kita vollständig geschlossen, erscheint der Tag daher für jede Gruppe gesondert. Umgekehrt fehlen Ausfälle vollständig, wenn ein Träger keine Daten eingetragen hat.

Auch die ausgewiesenen Anteile der betroffenen Tage sind wegen der Datenlücken nur eingeschränkt belastbar. Für den Kreis bewegen sie sich in den gemeldeten Daten zwischen 0,5 und 2,4 Prozent pro Monat. Daraus lässt sich weder ableiten, dass höchstens dieser Anteil aller Betreuungstage ausgefallen ist, noch lässt sich die tatsächliche Zuverlässigkeit der Kitas miteinander vergleichen.

Erfassungsmaske kam erst im März

Die Meldepflicht gilt seit Anfang 2025. Im damaligen Übergangsverfahren wurden Excel-Dateien in den Profilen der Einrichtungen abgelegt; eine systematische landesweite Auswertung war nach Angaben der Landesregierung technisch nicht mit vertretbarem Aufwand möglich. Die neue Eingabemaske wurde erst im März 2026 freigeschaltet. Die Träger sollten ihre Angaben rückwirkend ab Januar eintragen.

Landesweit fehlen für die ersten sechs Monate im Durchschnitt rund 63 Prozent der erwarteten Datensätze. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde liegt der Anteil in jedem betrachteten Monat deutlich höher. Das Sozialministerium hat die Träger am 23. Juli erneut auf ihre gesetzliche Meldepflicht hingewiesen. Ab September sollen Träger mit weiterhin unvollständigen Meldungen gezielt kontaktiert werden. Außerdem sind technische Erinnerungen und monatliche Plausibilitätsprüfungen geplant.

Vorläufig vor allem ein Datenproblem

Die 288 gemeldeten Gruppen-Tage zeigen, dass ungeplante Schließungen und Kürzungen vorkommen. Wegen der fehlenden Datensätze bilden sie aber nur eine bekannte Untergrenze. Eine belastbare Entwicklung seit 2025 kann die Landesregierung auf dieser Grundlage noch nicht bewerten. Für Eltern und Politik bleibt damit gerade im Kreis offen, wie groß das tatsächliche Ausmaß der Ausfälle ist.

Quelle