Bild: Symbolbild: Ein Regionalbus der Autokraft in Rendsburg. Archivfoto, aufgenommen unabhängig vom Kreisgutachten zur Busoptimierung. Foto: Matti Blume / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Der Regionalentwicklungsausschuss des Kreises Rendsburg-Eckernförde nimmt am Dienstag, 9. September, ein Gutachten zur Kostenoptimierung des Regionalbusverkehrs zur Kenntnis. Die Verwaltung baut darauf einen Prozess bis zum Herbst auf, der über ein Angebotsgesetz-Konzept und Hafterstattungsanträge in den kommenden Monaten konkreter werden soll.
Zwei Varianten im Vergleich
Das Gutachten rechnet zwei Varianten durch. Variante 1 senkt das Fahrplanangebot auf 32 von 67 Linien: Bis Ende 2030 wären rund 903.600 Fahrplankilometer weniger vorgesehen, das sind 10,9 Prozent des heutigen Angebots. Die jährliche Einsparung beziffert die Präsentation auf rund 1,95 Millionen Euro (1.952.500 Euro).
Variante 2 verbindet Kürzungen auf 21 Linien mit dem Ersatz von 12 Linien durch einen bedarfsgesteuerten Verkehr (On-Demand) und einer Verbesserung auf einer Linie. Der Einstieg ist für 2027 geplant, mit Sektoren in Achterwehr und Gettorf. Die Jahresbilanz beginnt mit rund 196.100 Euro Einsparung (2027), wächst 2028 auf rund 451.900 Euro und dreht 2029 auf einen Mehrbedarf von rund 495.200 Euro. Die Gesamtbilanz der Präsentation liegt bei rund 152.800 Euro Einsparung. Im Linienverkehr steigen die Mehrkosten laut Gutachten auf 3,81 Euro pro Kilometer, der On-Demand-Verkehr wird mit 25 bis 35 Euro je Betriebsstunde veranschlagt.
Was das für Kronshagen bedeutet
Die Linie 765 über Nortorf, Felde, Landwehr und Kronshagen nach Kiel gehört in beiden Szenarien zum erhaltenen Angebot. Die Linien 742 und 743 tauchen in der Umsetzungsplanung von Variante 2 für 2027 in der Einsparliste auf; sie verbinden den Raum Achterwehr-Gettorf, der als erster On-Demand-Sektor vorgesehen ist.
Der zeitliche Rahmen hat sich dabei verschoben: Nach den Abrechnungsergebnissen der Autokraft für 2024 erwartet der Kreis für 2026 einen um rund 8,2 Millionen Euro niedrigeren Finanzierungsbedarf im ÖPNV-Haushalt als ursprünglich angesetzt; für 2025 wird eine Rückzahlung von rund 2 Millionen Euro erwartet. Die Verwaltung hält gleichwohl an der Prüfung beider Varianten fest.
Politische Anträge flankieren die Beratung
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat einen Antrag eingebracht, der eine Umsetzung von Variante 2 bis 2030 fordert und die On-Demand-Sektoren Achterwehr und Gettorf ab 2027 sieht. Die CDU-Fraktion will ein Förderprogramm für behindertengerechte Haltestellen für die Jahre 2026 bis 2029 aussetzen und die Mittel zurückstellen; eine Anfrage der Grünen zur gleichen Vorlage beziffert den barrierefreien Anteil der Haltestellen auf etwa 5 Prozent. Eine Antwort der Verwaltung liegt der Sitzung vor.
Wie es weitergeht
Eine Entscheidung über Kürzungen fällt am Dienstag nicht. Nach der Kenntnisnahme plant die Verwaltung weitere Beratungsschritte; die Gutachterpräsentation nennt einen Prozess über den Herbst bis zu konkreten Angebotsbeschlüssen.
Quellen
Gutachten zur Kostenoptimierung des ÖPNV, Vorlage des Kreises Rendsburg-Eckernförde zur Sitzung des Regionalentwicklungsausschusses am 9. September 2026 (VO/2026/169-01), einschließlich Anlagen und Antragsunterlagen der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und CDU: Tagesordnung und Vorlage im Ratsinformationssystem des Kreises.



