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Kreis · Kreis Rendsburg-Eckernförde

Kreis-Hauptausschuss: Haushalt und KielRegion

Der Kreis-Hauptausschuss berät über die Finanzprognose 2026, fünf Gesamtabschlüsse und den Jahresverlust der KielRegion GmbH. Beim ÖPNV verbessert sich der Ansatz, während die Personalkosten unterfinanziert bleiben.

Christian Muschick ·

Bild: Kreishaus in Eckernförde, Amtsgebäude des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Bild: kreis-rendsburg-eckernfoerde.de (amtliche Quelle, Fotograf dort nicht genannt)

Der Hauptausschuss des Kreises Rendsburg-Eckernförde berät am Donnerstag, 27. August, über die Finanzprognose für 2026, fünf nachträglich vorgelegte Gesamtabschlüsse und den Jahresabschluss der KielRegion GmbH. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Kreistagssitzungssaal in Rendsburg. Beschlüsse sind noch nicht gefasst.

Defizitprognose verbessert sich auf 2,2 Millionen Euro

Der Kreis hatte den Haushalt 2026 mit einem Fehlbetrag von rund 5,3 Millionen Euro beschlossen. Einschließlich einer Million Euro übertragener Haushaltsermächtigungen beträgt der fortgeschriebene Fehlbetrag 6,3 Millionen Euro. Zum Stand des zweiten Quartals erwartet die Verwaltung nun ein Minus von 2,2 Millionen Euro zum Jahresende – rechnerisch 4,1 Millionen Euro weniger als im fortgeschriebenen Ansatz.

Die größte Kostenreduktion stammt aus den Regelungen des Verkehrsvertrags mit Autokraft. Höhere Fahrgeldeinnahmen und Ausgleichszahlungen für das Deutschlandticket hatten bereits die Abrechnung für 2024 günstiger ausfallen lassen als angenommen. Weil sich diese Entwicklung nach Angaben des Kreises fortsetzt, sinkt der Haushaltsansatz für die Verkehrsleistung gegenüber der bisherigen Planung um 7,3 Millionen Euro. Weitere 0,9 Millionen Euro Verbesserung entfallen auf das Bildungsticket und die Spitzabrechnung des Stadtverkehrs Eckernförde.

Personalkosten bleiben unterfinanziert

Gegenläufig bleibt die Entwicklung bei den Personalaufwendungen. Die Kreisverwaltung startete mit einer Unterdeckung von 4,4 Millionen Euro in das Jahr. Zum Stand Ende Juni werden ohne weitere Einsparungen noch 3,5 Millionen Euro Defizit prognostiziert. Wie hoch zusätzliche Einsparungen ausfallen können, lasse sich derzeit nicht beziffern.

Ein eigener Punkt zur Entwicklung der Personalkosten im zweiten Quartal steht auf der Agenda. Eine dazugehörige öffentliche Vorlage ist dort bislang aber nicht verlinkt. Der Finanzbericht verweist auf die Nummer VO/2026/215. Weitergehende Maßnahmen oder Auswirkungen lassen sich aus den öffentlich angebotenen Unterlagen deshalb noch nicht belastbar beschreiben.

Fünf Gesamtabschlüsse kommen gemeinsam

Der Hauptausschuss soll dem Kreistag empfehlen, die Gesamtabschlüsse für 2020 bis 2024 gemeinsam zu beschließen. Solche Abschlüsse führen den Kreis und seine wesentlichen Aufgabenträger zu einem wirtschaftlichen Gesamtbild zusammen. Die fünf Jahrgänge werden gesammelt vorgelegt, weil Unterlagen teils verspätet an das Rechnungsprüfungsamt gingen und auch die Prüfungen später abgeschlossen wurden.

Für vier Jahrgänge bescheinigt das Rechnungsprüfungsamt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild. Beim Abschluss 2021 wurde der Konsolidierungskreis dagegen nicht korrekt bestimmt: Der damalige Konzernabschluss der Imland gGmbH fehlt. Der Fachdienst Finanzen will den Abschluss dennoch nicht neu aufstellen, weil die Trägerschaft 2023 im Insolvenzverfahren abgegeben wurde und der alte Abschluss nach seiner Einschätzung für künftige Entscheidungen nicht mehr relevant ist. Das Rechnungsprüfungsamt unterstützt diesen Verzicht aus verwaltungsökonomischen Gründen. Abschließend entscheidet nicht der Hauptausschuss, sondern der Kreistag.

KielRegion-Verlust liegt 113.000 Euro über Plan

Unmittelbar entscheiden soll der Hauptausschuss über die Weisung für die Gesellschafterversammlung der KielRegion GmbH. Der Kreis hält 36,67 Prozent der Gesellschaft. Der geprüfte Abschluss weist für 2025 einen Fehlbetrag von 1.469.802,89 Euro aus. Geplant waren 1,357 Millionen Euro, im Vorjahr lag das Minus bei 1,298 Millionen Euro. Die Prüfungsgesellschaft erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Die Überschreitung des Planverlusts um 113.000 Euro führt die Vorlage im Wesentlichen auf einen ungeplanten Verlust der Sprottenflotte von 158.000 Euro zurück. Kleinere negative Effekte kamen demnach aus einer Fördermittelrückzahlung im Radverkehr und nicht geförderten Aufwendungen im Regional- und Standortmarketing.

Den planmäßigen Verlust von 1,357 Millionen Euro hatten die Gesellschafter bereits entsprechend ihren Anteilen zugeführt; auf die kreiseigene WFG Infrastruktur GmbH entfielen laut Vorlage 497.000 Euro. Einen zusätzlichen Ausgleich der 113.000 Euro halten Geschäftsführung und Aufsichtsrat wegen früher gebildeter Rücklagen nicht für erforderlich. Nach der Zuführung weist die Gesellschaft zum Jahresende 81.000 Euro Eigenkapital aus.

Für die Sprottenflotte erwartet die Gesellschaft ab 2026 wieder mindestens ein ausgeglichenes Spartenergebnis. Begründet wird dies mit dem Wegfall einer Investitionskomponente im Betreibervertrag und Mehreinnahmen aus dem im April 2026 eingeführten Tarifmodell. Das ist eine Prognose der Gesellschaft; ein Ergebnis für 2026 liegt noch nicht vor.

Was die Agenda für Kronshagen bedeutet

Ein konkreter Beschluss für Kronshagen ist in den öffentlichen Unterlagen nicht enthalten. Die Finanzlage des Kreises wirkt mittelbar auf den Spielraum für kreisweite Leistungen und spätere Haushaltsentscheidungen. Eine Änderung der Kreisumlage steht in dieser Sitzung jedoch nicht zur Entscheidung.

Auch der KielRegion-Abschluss hat nur einen potenziellen Ortsbezug: Regionale Mobilitäts- und Entwicklungsprojekte können Kronshagen betreffen, der Jahresabschluss weist Kosten und Nutzen aber nicht nach einzelnen Gemeinden aus. Zum angekündigten Sachstand des Länder-und-Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetzes ist auf der Agenda ebenfalls keine eigene öffentliche Vorlage verlinkt. Ob und welche Projekte im Kreis oder in Kronshagen daraus finanziert werden könnten, bleibt daher offen.

Redaktionelle Einordnung: Entlastung und Risiken

Die Finanzprognose enthält ein deutliches Entlastungssignal: Vor allem die günstigere Abrechnung des Verkehrsvertrags verringert das erwartete Minus. Dem stehen die weiter unterfinanzierten Personalkosten und noch nicht bezifferte Einsparungen gegenüber. Beim KielRegion-Abschluss ist der uneingeschränkte Prüfvermerk positiv; zugleich bleiben das sehr geringe Eigenkapital und die noch unbewiesene Verbesserung der Sprottenflotte zu beobachten.

Nach der Sitzung wird entscheidend sein, ob der Ausschuss die Gesamtabschlüsse trotz des Fehlers von 2021 unverändert empfiehlt, welche zusätzlichen Informationen zu Personal und Infrastrukturprogramm öffentlich werden und ob er die Weisung zum KielRegion-Abschluss wie vorgeschlagen beschließt. Nichtöffentliche Tagesordnungspunkte wurden nicht ausgewertet.

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