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Gesellschaft · Kreis Rendsburg-Eckernförde

Einrichtung Rosseer Weg Eckernförde: Trägerwechsel wird geprüft

Für das Wohnhaus Rosseer Weg wird ein Trägerwechsel am bestehenden Standort geprüft. Die Gespräche laufen, eine Anschlusslösung für die 17 betroffenen Menschen ist damit aber noch nicht gesichert.

Christian Muschick ·

Bild: Blick vom Rundsilo über die Eckernförder Altstadt. Das Wohnhaus Rosseer Weg ist nicht abgebildet. Foto: Martin Hüdepohl / Wikimedia Commons, gemeinfrei (PD-self); redaktioneller 16:9-Beschnitt.

Für das von der Schließung bedrohte Wohnhaus Rosseer Weg in Eckernförde wird inzwischen auch ein Wechsel des Trägers geprüft. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde führt dazu mit der Koordinierungsstelle soziale Hilfen der Kreise, dem bisherigen Betreiber und möglichen neuen Leistungserbringern Gespräche. Nach Angaben der Landesregierung soll eine Anschlusslösung möglichst am bisherigen Standort gefunden werden. Ob das gelingt, ist offen.

Trägerwechsel am Standort ist noch keine Lösung

Die Stiftung Leben mit Behinderung will die Besondere Wohnform zum 31. Dezember 2026 einstellen. Bei Bekanntwerden der Schließung lebten dort 17 Menschen mit hohem Assistenzbedarf. Der Betreiber nannte gegenüber kronshagen.news vor allem fehlendes Fachpersonal und nicht refinanzierte Kosten notwendiger Zeitarbeit als Gründe.

Neu ist die ausdrückliche Bestätigung des Sozialministeriums, dass der Kreis gemeinsam mit der Koordinierungsstelle soziale Hilfen der Kreise Gespräche über einen möglichen Trägerwechsel führt. Beteiligt seien der bisherige Einrichtungsträger und potenzielle Leistungserbringer. Als bestmögliche Option wird eine neue oder geänderte vertragliche Lösung am bestehenden Standort geprüft. Die Formulierung beschreibt jedoch einen Prüfauftrag, keine Zusage für den Weiterbetrieb.

Rechte der Bewohner bei einer Schließung

Nach Darstellung der Landesregierung muss der Einrichtungsträger den Bewohnerinnen und Bewohnern oder ihrer gesetzlichen Betreuung auf Verlangen einen angemessenen Leistungsersatz zu zumutbaren Bedingungen nachweisen. Außerdem müsse er angemessene Umzugskosten tragen. Grundlage dafür ist das Wohn- und Betreuungsvertragsrecht.

Daneben müssen die jeweils zuständigen Träger der Eingliederungshilfe im Gesamtplanverfahren darauf hinwirken, dass die notwendigen Leistungen auf andere Weise gesichert werden. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde war nach seiner Stellungnahme vom Juli für zwei der 17 Bewohner unmittelbar als Leistungsträger zuständig. Für die übrigen Menschen sind andere Träger verantwortlich. Der Kreis ist zusätzlich als örtliche Wohnpflegeaufsicht und wegen des Standorts eingebunden.

Land sieht Kreis in der Verantwortung

Das Sozialministerium kann Betroffene über ihre Rechte informieren. Als letztes Mittel könne es Maßnahmen des Kreises unterstützen, die die weitere Leistungsgewährung sichern sollen. Eigene Befugnisse, anstelle der zuständigen Träger konkrete Wohn- oder Betreuungsangebote zu organisieren, habe das Ministerium jedoch nicht.

Nach Auffassung der Landesregierung nimmt der Kreis seine Aufgaben derzeit umfassend wahr. Für ein unmittelbares oder rechtsaufsichtliches Eingreifen des Ministeriums bestehe aktuell kein Anlass. Das Ministerium stehe aber mit dem Kreis im Austausch.

Personalmangel bleibt das strukturelle Problem

Als maßgebliche Ursache der geplanten Schließung nennt die Landesregierung fehlendes Personal. Die bestehenden Landesrahmenverträge sollen zwar eine angemessene Personalbemessung, geeignete Qualifikationen und flexiblen Personaleinsatz ermöglichen. Der Fall bestätige aus Sicht des Ministeriums jedoch, dass personelle und weitere strukturelle Bedingungen in der Eingliederungshilfe landesweit systematischer erfasst werden müssen.

Für die betroffenen Menschen bleibt entscheidend, ob bis zum Jahresende tatsächlich ein neuer Betreiber für den Standort gefunden wird oder individuelle Umzüge notwendig werden. Die laufenden Gespräche verbessern die Aussicht auf eine Lösung am Rosseer Weg, sichern sie aber noch nicht.

Quellen