Bild: KI-generiertes Symbolbild. Keine dokumentarische Aufnahme.
Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KJGD) des Kreises Rendsburg-Eckernförde hat die Schuleingangsuntersuchungen für das Einschulungsjahr 2026 abgeschlossen. Untersucht wurden alle angehenden Erstklässlerinnen und Erstklässler des Jahrgangs, insgesamt 2529 Kinder.
Erste Trends, noch keine Statistik
Eine statistische Auswertung des Jahrgangs liegt bislang nicht vor. Erste Tendenzen kann Kinderärztin Ioana Klopf vom KJGD dennoch benennen: „Seit einigen Jahren sehen wir, dass die Sprachkompetenz leicht abnimmt. Das betrifft auch den Einschulungsjahrgang 2026“, sagt sie. Ein Teil der Kinder verfüge vor der Einschulung nicht über ausreichende Deutschkenntnisse. Zusätzlich beobachte sie eine Sprachverarmung auch in deutschsprachigen Familien. „Wir vermuten, dass das mit der Mediennutzung von Eltern und Kindern zusammenhängt“, sagt Klopf. Kinder bräuchten Zeit für die Interaktion mit den Eltern; entscheidend sei das Vorlesen: „Abends zehn Minuten eine Geschichte vorlesen – damit ist viel gewonnen.“
Auch bei Konzentration und Aufmerksamkeitsspanne zeigten sich den Angaben zufolge seltener vorhandene Ressourcen: „Immer mehr angehende Erstklässlerinnen und Erstklässler haben mehr Förderbedarf. Dieser Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort“, so die Ärztin. Häufiger als früher seien Kinder bereits wegen ADHS oder Autismus in ärztlicher Kontrolle. Klopf führt das sowohl auf eine bessere Diagnostik als auch auf ein größeres Bewusstsein der Eltern zurück.
Positive Befunde bei Gewicht und Hören
Eine erfreuliche Entwicklung gibt es nach den Worten der Ärztin beim Gewicht: Der Anstieg, den es während der Corona-Zeit bei einigen Kindern gegeben hatte, setze sich nicht fort. Auch sportlich seien die Kinder fitter. „Die Kinder im Kreis können auch gut hören und sehen“, sagt Klopf. Dort gebe es wenige Auffälligkeiten.
Hintergrund: Pflichtuntersuchung vor der Einschulung
Die schulärztliche Untersuchung ist in Deutschland Pflicht. In Schleswig-Holstein sind Kinder schulpflichtig, die bis zum 30. Juni des Einschulungsjahres das sechste Lebensjahr vollendet haben. Jüngere „Kann-Kinder“ können auf Antrag vorzeitig eingeschult werden und erhalten ebenfalls eine Einladung. Als Screening-Instrument nutzt das Land das Sozialpädiatrische Entwicklungs-Screening (SOPESS). Geprüft werden Hören und Sehen, Sprache, Motorik, Wahrnehmung sowie das soziale und emotionale Verhalten. Ziel ist es, Unterstützungsbedarfe zu erkennen – gegebenenfalls schon vor der Einschulung.
Quellen
Kreis Rendsburg-Eckernförde, Pressemitteilung vom 6. August 2026: Schuleingangsuntersuchungen für das Einschulungsjahr 2026 abgeschlossen



