Der Landesweite Nahverkehrsplan für die Jahre 2027 bis 2031 ist fertig. Das Landeskabinett befasste sich am 7. Juli mit den Inhalten; am 10. Juli stellten Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen und der Nahverkehrsverbund NAH.SH den Plan öffentlich vor. Für Kronshagen enthält die Veröffentlichung vor allem mittel- und langfristige Perspektiven – keine sofortige Fahrplanänderung.
Mehr Kapazität und ein belastbareres Netz
Der Plan verfolgt vier zentrale Ziele: mehr Nachfrage im Schienenpersonennahverkehr, ein verlässlicheres Gesamtsystem, mehr Barrierefreiheit und ein besseres Nutzungserlebnis. Vorgesehen sind unter anderem zusätzliche oder längere Züge auf mehreren Strecken. Zwischen Kiel und Hamburg sollen Bahnsteige verlängert werden, damit bei Bauarbeiten zwischen Neumünster und Hamburg längere Zugverbände eingesetzt werden können.
Als zusätzliche Ausweichmöglichkeit soll die Strecke Neumünster–Bad Segeberg–Bad Oldesloe ausgebaut und elektrifiziert werden. Auf dieser Achse ist die neue stündliche Linie RE78 von Kiel über Neumünster und Bad Segeberg nach Hamburg vorgesehen. Sie soll die heute besonders störanfällige Verbindung über Neumünster entlasten und bei Störungen weitere Umleitungen ermöglichen.
Regio-S-Bahn Kiel wird weiter konkretisiert
Für den Raum Kiel hält der neue Plan an der Entwicklung einer Regio-S-Bahn fest. Als erste Schritte nennt NAH.SH die Reaktivierung der Strecke Kiel–Schönberger Strand und einen neuen Pendelzug nach Preetz bis Ende 2027.
Konkrete kurzfristige Änderungen am Halt Kronshagen nennt die aktuelle Zusammenfassung des Nahverkehrsverbundes jedoch nicht. Auch der genaue Takt, mögliche zusätzliche Stationen und die Finanzierung weiterer Ausbaustufen bleiben Gegenstand der weiteren Planung. Der neue Nahverkehrsplan ist deshalb zunächst ein verbindlicher Rahmen, aber noch kein neuer Fahrplan.
Land meldet gestiegene Nachfrage
Nach Angaben von NAH.SH stieg die Nachfrage im Schienenverkehr zwischen 2019 und 2025 um fast 20 Prozent. 95 Prozent der Bahnstationen seien inzwischen barrierefrei ausgebaut. Außerdem seien 55 Akkuzüge auf rund 40 Prozent der Bahnstrecken im Land im Einsatz. Sie sollen nach Angaben des Landes jährlich zehn Millionen Liter Diesel und 26.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen.
In das Beteiligungsverfahren zum Plan gingen 840 Anmerkungen ein. Der vollständige Nahverkehrsplan soll nun die Grundlage für die weiteren Entscheidungen von Land, Verbund und Infrastrukturunternehmen bilden.
Quelle: NAH.SH, 10. Juli 2026
Bild: Bahnhof Kronshagen. Foto: Simmmox / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.



