Bild: Archiv- und Symbolfoto: Ein KVG-Bus in Kiel. Das Foto zeigt keine Szene aus dem laufenden Tarifkonflikt. Foto: kronshagen.news-Archiv
Die Tarifverhandlungen für die rund 1.800 Beschäftigten der kommunalen Busunternehmen in Schleswig-Holstein sind am Donnerstag ohne Ergebnis geendet. Nach mehreren Stunden wurden die Gespräche auf den 22. September vertagt. Zuvor hatte die Gewerkschaft ver.di auch ein zweites Angebot der Arbeitgeberseite abgelehnt.
Die Tarifkommission der Gewerkschaft hat danach Warnstreiks für Dienstag und Mittwoch, den 8. und 9. September, beschlossen. Das berichteten unter anderem NDR Schleswig-Holstein und weitere Medien. Demnach sollen die Beschäftigten der öffentlichen Busunternehmen in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster sowie der Verkehrsbetriebe des Kreises Plön die Arbeit niederlegen. In der Regel beginnen die Warnstreiks mit dem Betriebsbeginn und enden mit dem Betriebsende des letzten Streiktags.
Was das für Buslinien nach Kronshagen bedeutet
Zur KVG gehören die Buslinien, die Kronshagen mit Kiel verbinden – darunter die Linien 6, 34 und 71, die den Haltepunkt Rathaus Kronshagen bedienen. Streikt das Personal, fällt der städtische Busverkehr in Kiel weitgehend aus. Pünktlich zum Beginn der kommenden Schulwoche müssen Fahrgäste aus Kronshagen also mit einem weitgehend stillstehenden Stadtbusverkehr rechnen. Welche Fahrten konkret entfallen, hatte die KVG zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht kommuniziert; die Verkehrsmeldungen der KVG nennen bislang nur Bauarbeiten.
Nicht bestreikt werden nach den bisherigen Angaben Bahnen der Deutschen Bahn, Regionalzüge und die meisten Buslinien aus dem Umland mit eigenen Tarifverträgen.
Die Positionen im Tarifkonflikt
ver.di hatte die geltenden Entgeltregelungen zum 30. Juni gekündigt und fordert eine Gehaltserhöhung um 6,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zusätzlich verlangt die Gewerkschaft eine jährliche Sonderzahlung von 650 Euro, allerdings nur für ihre Mitglieder.
Die Arbeitgeberseite, vertreten durch den Kommunalen Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein (KAV SH), hat zwei Angebote vorgelegt. Das letzte sah eine Erhöhung um 2,3 Prozent zum 1. Juli 2026 vor, zum 1. Juli 2027 sollen weitere 2,1 Prozent folgen. KAV-Geschäftsführer Jan Jacobsen lehnt die Mitglieder-Sonderzahlung ab: Eine solche Regelung sei mit den Satzungsregelungen nicht vereinbar und rechtlich nicht haltbar. Der entsprechende Tarifvertrag sei von ver.di nicht gekündigt, dort gelte weiter Friedenspflicht. Auch Verhandlungsführer Andreas Ortz verwies auf die wirtschaftliche Lage der Betriebe und nannte das Angebot einen „sehr großzügigen Kompromiss“.
ver.di-Verhandlungsführer Sascha Bähring erklärte nach der zweiten Verhandlungsrunde, beide Runden hätten den Eindruck hinterlassen, dass es ohne Druck zu keinem nennenswerten Verhandlungsfortschritt komme. Warnstreiks seien der einzige Weg, um zu verhindern, dass die Verhandlungen zu einer Endlosschleife werden.
Ausblick
Die Tarifverhandlungen werden am 22. September fortgesetzt. Ob es über die angekündigten Warnstreiks hinaus weitere Arbeitsniederlegungen gibt, ist derzeit offen. kronshagen.news berichtet, wenn die KVG Details zu betroffenen Linien und Fahrten mitteilt.
Quellen
[1] https://www.kvg-kiel.de/fuer-interessierte/presse/verhandlungen-im-nahverkehr-ver-di-lehnt-auch-das-zweite-angebot-der-arbeitgeber-ab
[2] https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/naechste-woche-warnstreiks-im-kommunalen-busgewerbe-in-sh,tarifverhandlung-110.html



