Bildhinweis: Das Beitragsbild ist KI-generiert und dient als Symbolbild. Es zeigt keine dokumentarische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.
Rubrik: Kreis / Familie / Gesellschaft / Ehrenamt
Manchmal muss es schnell gehen: Ein Kind kann von einem Tag auf den anderen nicht mehr zu Hause bleiben und braucht innerhalb weniger Stunden einen sicheren Ort. Für solche Momente sucht der Kreis Rendsburg-Eckernförde Menschen, die Kinder in Bereitschaftspflege aufnehmen – vorübergehend, aber verlässlich.
Wie das aussehen kann, zeigt das Beispiel von Saskia (38) aus dem Dänischen Wohld. Die Krankenschwester, selbst Mutter zweier Kinder im Schulalter, hat sich gemeinsam mit ihrer Familie bewusst für diese Aufgabe entschieden. Drei Jahre lang hatte sie sich vorbereitet, bevor Ende 2022 der erste Anruf kam: Ob sie ein sieben Wochen altes Baby aufnehmen könne, noch am selben Tag. Sie war bereit. Eine Stunde später stand das Kriseninterventionsteam des Trägers „Familienhorizonte“ mit dem Kind vor der Tür.
Bereitschaftspflege ist von vornherein zeitlich befristet und endet in der Regel spätestens nach sechs Monaten. In dieser Zeit klärt sich, wie es für das Kind weitergeht – ob es in seine Familie zurückkehren kann oder in eine Dauerpflege wechselt. Saskia nimmt vor allem Säuglinge auf; andere Pflegefamilien kümmern sich um ältere Kinder, denn gebraucht wird Hilfe für alle Altersstufen.
Wer geeignet ist? Der Kreis sucht Menschen mit Einfühlungsvermögen, die beruflich und zeitlich flexibel sind und bereit, Kinder unterschiedlichen Alters kurzfristig aufzunehmen. Offenheit, Spontaneität und die Fähigkeit, nach intensiven Phasen wieder Kraft zu schöpfen, gehören dazu. „Wer Bereitschaftspflege machen möchte, sollte die Herausforderungen kennen“, sagt Saskia. Dazu zählen unruhige Nächte, ein neu organisierter Alltag – und der Abschied. Denn am Ende steht immer das Loslassen. „Ich binde mich an einen Menschen mit dem Wissen, ihn bald wieder loszulassen. Das ist nicht einfach, aber für mich gehören Abschiede zum Leben.“
Getragen wird die Aufgabe nicht allein: Die Fachgruppe Pflegekinder und Adoption des Kreises und der Träger „Familienhorizonte“ begleiten die Familien und planen auch Erholungszeiten mit ein. Für ihren Einsatz erhalten die Pflegestellen ein monatliches Pflegegeld, das den Lebensunterhalt des Kindes sichert und den Erziehungsaufwand würdigt.
Für Saskia überwiegt der Gewinn: „Wir sind als Familie in den vergangenen Jahren emotional enorm gewachsen.“ Einem Kind in Not Halt und Zuwendung zu geben, mache sie glücklich.
Kontakt und Termine
Interessierte können sich an Manuela Schmidt (04331 202-159, manuela.schmidt@kreis-rd.de) oder Nele Panteleit (04331 202-7088, nele.panteleit@kreis-rd.de) wenden. Beim Träger „Familienhorizonte“ ist Kai Struve Ansprechpartner (0173 2331140).
Ein Online-Infoabend zur Bereitschaftspflege findet am Donnerstag, 16. Juli, um 17 Uhr statt; Anmeldung bei Nele Panteleit. Wer alle Formen der Pflege kennenlernen möchte, kann am Mittwoch, 23. September, oder Donnerstag, 24. September, jeweils 17 Uhr, in die Kaiserstraße 19 in Rendsburg kommen – ohne Anmeldung.






