Der Umwelt- und Bauausschuss des Kreises Rendsburg-Eckernförde kommt am Donnerstag, 20. August, um 17 Uhr im Kreistagssitzungssaal in Rendsburg zusammen. Öffentlich stehen neun Beratungspunkte auf der Tagesordnung, darunter zwei Entscheidungen und mehrere Sachstandsberichte.
KielRegion-Masterpläne für Klima und Gesundheit
Den umfangreichsten Punkt bildet die Beratung und Beschlussfassung über die Masterpläne Klima und Gesundheit der KielRegion GmbH. Die Pläne wurden in einem partizipativen Prozess unter Einbeziehung von Öffentlichkeit, Fachleuten und Institutionen erarbeitet. Federführend beteiligt waren ein externes Projektbüro aus Hamburg sowie eine Projektgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der drei Gebietskörperschaften.
Der Regionalrat der KielRegion GmbH hat die Masterpläne bereits am 16. März 2026 beschlossen. Sie zeigen konkrete Handlungsmöglichkeiten auf, um den Herausforderungen des Klimawandels frühzeitig zu begegnen und Prävention, Gesundheitsförderung und Versorgung zu sichern. Die Verwaltung empfiehlt, den Plänen in der vorliegenden Fassung als strategische Grundlage für die zukünftige Regionalentwicklung zuzustimmen. Die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen soll mit den vorhandenen Personalkapazitäten im Rahmen der bisherigen Struktur erfolgen.
Die Masterpläne werden mit gleichlautender Beschlussvorlage auch dem Sozial- und Gesundheitsausschuss am 17. September und dem Kreistag am 21. September vorgelegt. Die Anlagen – Masterplan Klima (3,3 MB) und Masterplan Gesundheit (3,4 MB) – sind öffentlich verfügbar.
Kreisstraßenbrücken: Sechs Bauvorhaben bis 2027
Ein Sachstandsbericht des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) gibt den Kreisstraßenbrücken im Kreis Rendsburg-Eckernförde ein insgesamt gutes Zeugnis. Der aktuelle Zustand sei besser als die geltenden technischen Mindestanforderungen. Kurz- und mittelfristig besteht nach LBV-Angaben kein flächendeckender Bedarf an Ersatzneubauten.
Mit der zum 1. August 2025 erfolgten Einrichtung des Fachbereichs Bauwerkserhaltung in der LBV-Niederlassung Rendsburg stehen wieder personelle Kapazitäten zur Verfügung. Für 2026 und 2027 sind jeweils drei Brückenbauvorhaben geplant:
| Bauwerk | Jahr | Kosten |
|---|---|---|
| K 81 Bargstedter Au | 2026 | 750.000 Euro |
| K 84 Wapelfelder Au | 2026 | 975.000 Euro |
| K 84 Kabek | 2026 | 45.000 Euro |
| K 15 Eider | 2027 | 150.000 Euro |
| K 81 Buckener Au | 2027 | 2.500.000 Euro |
| K 27 Jevenau | 2027 | 1.300.000 Euro |
| K 99 Sorge | 2029/2030 | noch unklar |
Die Prognosen zeigen jedoch, dass sich die Altersstruktur des Brückenbestandes ab etwa 2046 deutlich bemerkbar machen wird. Ohne frühzeitige Investitionen ist dann mit einer Verschlechterung der Zustandsentwicklung und möglicherweise Verkehrsbeschränkungen an einzelnen Bauwerken zu rechnen. Der LBV empfiehlt, spätestens zu Beginn der 2040er Jahre einen verstärkten Mitteleinsatz für notwendige Ersatzneubauten vorzusehen.
Der Bericht weist zudem darauf hin, dass die vorliegenden Prognosen bauartbedingte Risiken wie beim Einsturz der Carolabrücke in Dresden noch nicht berücksichtigen. Der LBV prüft derzeit den Brückenbestand systematisch auf vergleichbare Risiken. Sollten sich kurzfristige Handlungsbedarfe ergeben, wird der Kreis als Baulastträger unmittelbar informiert. Die Vorlage ist zur Kenntnisnahme vorgesehen; finanzielle Auswirkungen werden nicht ausgewiesen.
Radwegebau: 960.000 Euro frei
Seit 2018 fördert der Kreis den Neubau von Radwegen. Das Budget wurde schrittweise auf 6,5 Millionen Euro erhöht. Acht der neun geförderten Radwege sind fertiggestellt, ein weiterer befindet sich im Bau (K 84 Nindorf–Heinkenborstel, Fertigstellung für August 2026 geplant).
Zwei weitere Maßnahmen befinden sich in konkreter Planungsphase: K 14 Altenhof–Hofholz und K 77 Thumby–Sieseby. Beim K 14 verzögert sich der Baustart wegen schwieriger Grunderwerbs- und Baumbestandsbedingungen auf frühestens 2028. Für den K 77 sollen Planungsverfahren und Fördermittelanträge bis Mitte 2027 abgeschlossen sein; die Bauausführung soll Ende 2028 abgeschlossen sein.
Derzeit sind rund 5,54 Millionen Euro an Fördermitteln gebunden. Etwa 960.000 Euro stehen noch für den Radwegebau zur Verfügung. Die Vorlage ist zur Kenntnisnahme vorgesehen.
Klimaschutzfonds: Drei Anträge
Der Ausschuss entscheidet über drei Anträge aus dem Klimaschutzfonds: Gemeinde Damp beantragt 2.125 Euro für ein Sonnensegel, Stadt Rendsburg 8.320 Euro und Gemeinde Schülp 5.000 Euro für Sonnenschutzmaßnahmen. Die beantragten Maßnahmen dienen dem Hitzeschutz und fallen unter die Fördertatbestände der Förderrichtlinie.
Insgesamt handelt es sich um 15.445 Euro. Im Haushaltsjahr 2026 stehen nach bisherigen Auszahlungen (92.983 Euro) und erwarteten Auszahlungen aus vorherigen Förderzusagen (560.416 Euro) noch 146.600 Euro zur Verfügung.
Weitere Punkte
Zu den übrigen Tagesordnungspunkten liegen keine veröffentlichten Vorlagen vor. Der Ausschuss berät eine Rahmen- und Unterhaltungsvereinbarung mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) und nimmt den Reparaturbonus des Abfallwirtschaftsbetriebs Rendsburg (AWR) zur Kenntnis. Eine Evaluation des Klimaschutzfonds wird vorgestellt. Zudem stehen die Einwohnerfragestunde, Anfragen nach § 26 der Geschäftsordnung des Kreistages, ein Bericht über die Umsetzung von Beschlüssen, ein Sachstandsbericht zu Ersatzgeldern und Verwaltungsangelegenheiten auf der Agenda. Die Niederschrift der Sitzung vom 28. Mai 2026 wird bestätigt.
Für Kronshagen nur mittelbarer Bezug
Die Kreisstraßen und Brücken, die im Ausschuss beraten werden, betreffen Kronshagen nicht unmittelbar. Die genannten Bauvorhaben und Radwegeprojekte liegen in anderen Teilen des Kreises. Der Klimaschutzfonds steht grundsätzlich allen Gemeinden im Kreis offen; ein aktueller Antrag Kronshagens ist aus der vorliegenden Vorlage nicht ersichtlich.
Mittelbar ist Kronshagen über seine Kreismitgliedschaft und die Zugehörigkeit zur KielRegion betroffen. Die Masterpläne für Klima und Gesundheit haben als strategische Grundlage regionale Geltung und können auch Kommunen wie Kronshagen in ihrer weiteren Planung berühren.
Primärquellen
- Kreis Rendsburg-Eckernförde: Tagesordnung der Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses am 20. August 2026
- VO/2026/175: KielRegion GmbH – Masterpläne Klima und Gesundheit (Beschlussvorlage)
- VO/2026/216: Sachstandsbericht zur Bauwerkserhaltung der Kreisstraßenbrücken (Mitteilungsvorlage)
- VO/2026/224: Sachstand Radverkehrskonzept 2010 (Mitteilungsvorlage)
- VO/2026/213: Klimaschutzfonds – Anträge Damp, Rendsburg und Schülp (Beschlussvorlage)





