Bild: Kreishaus in Eckernförde, Amtsgebäude des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Bild: kreis-rendsburg-eckernfoerde.de (amtliche Quelle, Fotograf dort nicht genannt)
Zuletzt aktualisiert: 10. August 2026, 19:47 Uhr; Erstveröffentlichung: 7. August 2026.
Der Umwelt- und Bauausschuss des Kreises Rendsburg-Eckernförde kommt am Donnerstag, 20. August, um 17 Uhr im Kreistagssitzungssaal in Rendsburg zusammen. Für die Sitzung liegt inzwischen eine Nachtragstagesordnung vor. Sie umfasst im öffentlichen Teil 13 Hauptpunkte mit mehreren Unterpunkten, darunter zwei Entscheidungen, eine Beratung mit anschließender Kreistagsvorlage und mehrere Sachstandsberichte.
KielRegion-Masterpläne für Klima und Gesundheit
Den umfangreichsten Punkt bildet die Beratung und Beschlussfassung über die Masterpläne Klima und Gesundheit der KielRegion GmbH. Die Pläne wurden in einem partizipativen Prozess unter Einbeziehung von Öffentlichkeit, Fachleuten und Institutionen erarbeitet. Federführend beteiligt waren ein externes Projektbüro aus Hamburg sowie eine Projektgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der drei Gebietskörperschaften.
Der Regionalrat der KielRegion GmbH hat die Masterpläne bereits am 16. März 2026 beschlossen. Sie zeigen konkrete Handlungsmöglichkeiten auf, um den Herausforderungen des Klimawandels frühzeitig zu begegnen und Prävention, Gesundheitsförderung und Versorgung zu sichern. Die Verwaltung empfiehlt, den Plänen in der vorliegenden Fassung als strategische Grundlage für die zukünftige Regionalentwicklung zuzustimmen. Die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen soll mit den vorhandenen Personalkapazitäten im Rahmen der bisherigen Struktur erfolgen.
Die Masterpläne werden mit gleichlautender Beschlussvorlage auch dem Sozial- und Gesundheitsausschuss am 17. September und dem Kreistag am 21. September vorgelegt. Die Anlagen – Masterplan Klima (3,3 MB) und Masterplan Gesundheit (3,4 MB) – sind öffentlich verfügbar.
Kreisstraßenbrücken: Sechs Bauvorhaben bis 2027
Ein Sachstandsbericht des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) gibt den Kreisstraßenbrücken im Kreis Rendsburg-Eckernförde ein insgesamt gutes Zeugnis. Der aktuelle Zustand sei besser als die geltenden technischen Mindestanforderungen. Kurz- und mittelfristig besteht nach LBV-Angaben kein flächendeckender Bedarf an Ersatzneubauten.
Mit der zum 1. August 2025 erfolgten Einrichtung des Fachbereichs Bauwerkserhaltung in der LBV-Niederlassung Rendsburg stehen wieder personelle Kapazitäten zur Verfügung. Für 2026 und 2027 sind jeweils drei Brückenbauvorhaben geplant:
| Bauwerk | Jahr | Kosten |
|---|---|---|
| K 81 Bargstedter Au | 2026 | 750.000 Euro |
| K 84 Wapelfelder Au | 2026 | 975.000 Euro |
| K 84 Kabek | 2026 | 45.000 Euro |
| K 15 Eider | 2027 | 150.000 Euro |
| K 81 Buckener Au | 2027 | 2.500.000 Euro |
| K 27 Jevenau | 2027 | 1.300.000 Euro |
| K 99 Sorge | 2029/2030 | noch unklar |
Die Prognosen zeigen jedoch, dass sich die Altersstruktur des Brückenbestandes ab etwa 2046 deutlich bemerkbar machen wird. Ohne frühzeitige Investitionen ist dann mit einer Verschlechterung der Zustandsentwicklung und möglicherweise Verkehrsbeschränkungen an einzelnen Bauwerken zu rechnen. Der LBV empfiehlt, spätestens zu Beginn der 2040er Jahre einen verstärkten Mitteleinsatz für notwendige Ersatzneubauten vorzusehen.
Der Bericht weist zudem darauf hin, dass die vorliegenden Prognosen bauartbedingte Risiken wie beim Einsturz der Carolabrücke in Dresden noch nicht berücksichtigen. Der LBV prüft derzeit den Brückenbestand systematisch auf vergleichbare Risiken. Sollten sich kurzfristige Handlungsbedarfe ergeben, wird der Kreis als Baulastträger unmittelbar informiert. Die Vorlage ist zur Kenntnisnahme vorgesehen; finanzielle Auswirkungen werden nicht ausgewiesen.
Radwegebau: 960.000 Euro frei
Seit 2018 fördert der Kreis den Neubau von Radwegen. Das Budget wurde schrittweise auf 6,5 Millionen Euro erhöht. Acht der neun geförderten Radwege sind fertiggestellt, ein weiterer befindet sich im Bau (K 84 Nindorf–Heinkenborstel, Fertigstellung für August 2026 geplant).
Zwei weitere Maßnahmen befinden sich in konkreter Planungsphase: K 14 Altenhof–Hofholz und K 77 Thumby–Sieseby. Beim K 14 verzögert sich der Baustart wegen schwieriger Grunderwerbs- und Baumbestandsbedingungen auf frühestens 2028. Für den K 77 sollen Planungsverfahren und Fördermittelanträge bis Mitte 2027 abgeschlossen sein; die Bauausführung soll Ende 2028 abgeschlossen sein.
Derzeit sind rund 5,54 Millionen Euro an Fördermitteln gebunden. Etwa 960.000 Euro stehen noch für den Radwegebau zur Verfügung. Die Vorlage ist zur Kenntnisnahme vorgesehen.
Neue Vereinbarung mit dem LBV: Kreisstraßen-Unterhaltung ab 2027
Der Ausschuss berät eine neue Rahmen- und Unterhaltungsvereinbarung mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH), die zum 1. Januar 2027 in Kraft treten soll. Die bisherige Vereinbarung stammt aus August 2014. Sieben Kreise schließen sich der neuen Regelung an. Der Beschlussvorschlag sieht vor, dass der Ausschuss dem Kreistag am 21. September die Zustimmung empfiehlt.
Die Vereinbarung deckt zwei Themenbereiche ab. Im ersten Bereich – Verwaltung und Unterhaltung der Kreisstraßen – wird eine jährliche Pauschale von 3.332.000 Euro für 2027 festgelegt, die ab 2028 um 3 Prozent pro Jahr steigt. Zum Vergleich: Die bisherige Pauschale lag 2014 bei 2.400.000 Euro und war seit 2016 jährlich um 45.000 Euro gestiegen. Im Jahr 2026 beträgt sie 2.895.000 Euro.
Im zweiten Bereich – kleine Erhaltungsmaßnahmen, Erhaltung und Neubau von Kreisstraßen – wird der Kreisanteil am LBV-Gesamtumsatz (26 Millionen Euro zzgl. Personalkosten) zu 70 Prozent nach Kreisstraßenkilometern und zu 30 Prozent nach dem Anteil schlechter Straßen bemessen. Für den Kreis Rendsburg-Eckernförde ergibt sich ein Anteil von 17,25 Prozent, was 4.485.000 Euro für 2027 entspricht. Die Personalkosten des LBV werden künftig per Vollkostenabrechnung statt als Pauschale abgerechnet.
Eine Evaluation der Vereinbarung ist für 2031 vorgesehen. Die Vorlage enthält sieben öffentliche Anlagen, darunter den 5-Jahresmaßnahmenplan und die Muster für Einzel- und Maßnahmenvereinbarungen.
Klimaschutzfonds: Drei Anträge und Evaluation
Der Ausschuss entscheidet über drei Anträge aus dem Klimaschutzfonds: Gemeinde Damp beantragt 2.125 Euro für ein Sonnensegel, Stadt Rendsburg 8.320 Euro und Gemeinde Schülp 5.000 Euro für Sonnenschutzmaßnahmen. Die beantragten Maßnahmen dienen dem Hitzeschutz und fallen unter die Fördertatbestände der Förderrichtlinie.
Insgesamt handelt es sich um 15.445 Euro. Im Haushaltsjahr 2026 stehen nach bisherigen Auszahlungen (92.983 Euro) und erwarteten Auszahlungen aus vorherigen Förderzusagen (560.416 Euro) noch 146.600 Euro zur Verfügung.
Zudem wird eine Evaluation des Klimaschutzfonds vorgestellt, die erstmals den 2024 ergänzten Fördertatbestand Klimaanpassung einbezieht. Seit Juli 2024 wurden 22 Klimaanpassungsanträge bewilligt – knapp 101.890 Euro bei einem Gesamtfördervolumen von 1.277.574 Euro in diesem Zeitraum. Die Schwerpunkte liegen beim Hitzeschutz, vor allem in Kindertagesstätten und Schulen: 20 der 22 Anträge betreffen Verschattungsmaßnahmen, zwei Trinkwasserbrunnen. Für andere Tatbestände wie Dachbegrünung, Fassadenbegrünung, Entsiegelung oder Niederschlagswasserspeicherung gab es keine Anträge. Die Vorlage ist zur Kenntnisnahme vorgesehen.
Reparaturbonus: 50.000 Euro für defekte Elektrogeräte
Der Abfallwirtschaftsbetrieb Rendsburg-Eckernförde (AWR) hat zum 1. August 2026 einen Reparaturbonus gestartet. Bürgerinnen und Bürger mit Hauptwohnsitz im Kreis können bis zu 50 Prozent der Reparaturkosten für defekte Elektrogeräte erstattet bekommen, maximal 100 Euro pro Antrag bei einem Mindestrechnungsbetrag von 100 Euro. Das Budget beträgt 50.000 Euro; es ist auf zwei Jahre beziehungsweise bis zum Verbrauch der Mittel begrenzt. Anträge können digital über die AWR-Website oder vor Ort in Borgstedt gestellt werden. Die Maßnahme geht auf einen SPD-Antrag aus dem Oktober 2025 zurück. Die Vorlage ist zur Kenntnisnahme vorgesehen; finanzielle Auswirkungen für den Kreishaushalt entstehen nicht, da die AWR die Mittel stellt.
Umsetzungskontrolle: 5.000 Euro noch nicht abgerufen
Eine am 10. August veröffentlichte Umsetzungskontrolle nennt den Stand mehrerer früherer Beschlüsse. Die 2024 bereitgestellten 5.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie zum Hochwasserschutz an der Schlei wurden noch nicht abgerufen. Nach Angaben der Kreisverwaltung plant der Kreis Schleswig-Flensburg das Projekt; vergaberechtliche Fragen seien geklärt und Unterlagen eines möglichen Auftragnehmers geprüft worden.
Das kreisweite Insektenschutzprojekt läuft dem Bericht zufolge bis Ende 2026. Ein weiterer Sachstandsbericht ist für den 24. September 2026 angekündigt. Außerdem wurden drei Zuschüsse aus dem Jahresüberschuss der Förde Sparkasse über insgesamt 8.000 Euro ausgezahlt. Bei zwei Zuschüssen soll der Verwendungsnachweis zum Jahresende abgefragt werden; beim dritten liegt er nach Angaben der Verwaltung vor.
Weitere Punkte
Auf der Agenda stehen außerdem die Niederschrift der Sitzung vom 28. Mai 2026 und ein Sachstandsbericht zu Ersatzgeldern. Dazu kommen die Einwohnerfragestunde, Anfragen nach § 26 der Geschäftsordnung des Kreistages und weitere Verwaltungsangelegenheiten. Für diese Punkte enthalten die öffentlichen Unterlagen bislang keine weitergehenden Sachangaben.
Offene Fragen vor der Sitzung
Offen ist, ob der Ausschuss die beiden Beschlussvorlagen zu den KielRegion-Masterplänen und den drei Zuschüssen aus dem Klimaschutzfonds unverändert annimmt. Bei der LBV-Vereinbarung wird zu beraten sein, ob der Ausschuss dem Kreistag die höheren Pauschalen und die künftige Vollkostenabrechnung der Personalkosten empfiehlt. Die Evaluation des Klimaschutzfonds verweist zudem auf eine politische Grundentscheidung: Der Fonds ist eine freiwillige Leistung, und seine Fortsetzung ab 2027 ist noch nicht beschlossen.
Konkrete aktuelle Fraktionspositionen zu diesen Vorlagen sind in den ausgewerteten öffentlichen Sitzungsunterlagen nicht dokumentiert. Die Angaben beschreiben daher den Stand vor der Beratung; Beschlüsse sind noch nicht gefasst.
Kronshagen: Ein Thema wirkt unmittelbar
Der Reparaturbonus gilt für alle Einwohnerinnen und Einwohner des Kreises und damit unmittelbar auch für Kronshagener Haushalte. Die Kreisstraßen und Brücken, die im Ausschuss beraten werden, betreffen Kronshagen dagegen nicht direkt; die genannten Bauvorhaben und Radwegeprojekte liegen in anderen Teilen des Kreises. Der Klimaschutzfonds steht grundsätzlich allen Gemeinden im Kreis offen, ein aktueller Antrag Kronshagens ist aus der vorliegenden Vorlage jedoch nicht ersichtlich.
Mittelbar ist Kronshagen über seine Kreismitgliedschaft und die Zugehörigkeit zur KielRegion betroffen. Die Masterpläne für Klima und Gesundheit haben als strategische Grundlage regionale Geltung und können auch Kommunen wie Kronshagen in ihrer weiteren Planung berühren. Die neue Rahmen- und Unterhaltungsvereinbarung mit dem LBV betrifft die Kreisstraßenverwaltung insgesamt.
Primärquellen
- Kreis Rendsburg-Eckernförde: Tagesordnung der Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses am 20. August 2026
- VO/2026/175: KielRegion GmbH – Masterpläne Klima und Gesundheit (Beschlussvorlage)
- VO/2026/216: Sachstandsbericht zur Bauwerkserhaltung der Kreisstraßenbrücken (Mitteilungsvorlage)
- VO/2026/224: Sachstand Radverkehrskonzept 2010 (Mitteilungsvorlage)
- VO/2026/213: Klimaschutzfonds – Anträge Damp, Rendsburg und Schülp (Beschlussvorlage)
- VO/2026/221: Rahmen- und Unterhaltungsvereinbarung mit dem LBV (Beschlussvorlage)
- VO/2026/220: Reparaturbonus der AWR (Mitteilungsvorlage)
- VO/2026/226: Evaluation Klimaschutzfonds (Mitteilungsvorlage)
- VO/2024/328-11: Umsetzungskontrolle öffentlicher Beschlüsse (Mitteilungsvorlage)



