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Zum Katastrophenschutz in Kreis und Gemeinde

KI-generiertes Symbolbild: Symbolbild: Straßenszene mit Feuerwehrfahrzeug, THW-Lkw und Einsatzkräften

Bildhinweis: Das Beitragsbild ist KI-generiert und dient als Symbolbild. Es zeigt keine dokumentarische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

Sicherheit vor Ort ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Die Gemeinde hält die örtliche Feuerwehr vor, der Kreis koordiniert Teile des Katastrophenschutzes, und das Land setzt den rechtlichen und fachlichen Rahmen. Für Kronshagen wird das immer dann relevant, wenn es um Warnsysteme, Einsatzplanung, Hochwasser- oder Sturmereignisse, Notunterkünfte, Ausrüstung und die Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen geht.

Wichtig ist dabei eine klare Trennung: Nicht jede Feuerwehrfrage ist Kreissache, und nicht jede Katastrophenschutzentscheidung führt sofort zu sichtbaren Veränderungen in Kronshagen. Lokal relevant wird ein Beschluss vor allem dann, wenn Zuständigkeiten, Ausstattung, Alarmierung, Übungsplanung oder Kostenanteile betroffen sind. Dieser Artikel erklärt, wer wofür zuständig ist – und wo Bürgerinnen und Bürger im Ernstfall verlässliche Informationen bekommen.

Wer ist wofür zuständig?

Der Schlüssel zum Verständnis ist die Unterscheidung zwischen Gefahrenabwehr und Katastrophe.

Alles unterhalb der Katastrophenschwelle – vom Wohnungsbrand über den vollgelaufenen Keller bis zur größeren Schadenslage – ist Gefahrenabwehr und damit Aufgabe der Städte und Gemeinden. Auch der Brandschutz, also die Freiwillige Feuerwehr Kronshagen, ist hier angesiedelt und wird von der Gemeinde getragen.

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde kommt als untere Katastrophenschutzbehörde (nach dem Landeskatastrophenschutzgesetz, LKatSG) ins Spiel, wenn ein Ereignis so groß ist, dass viele Kräfte unter einheitlicher Leitung zusammenwirken müssen. Erst wenn der Landrat als Gesamtverantwortlicher den Katastrophenfall ausruft, übernimmt der Kreis die Leitung – dann arbeiten Kreis, Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Gemeinden und Städte zusammen. Zuletzt war das etwa beim Sturm im Oktober 2023 der Fall, als für den Kreis Katastrophenalarm ausgelöst wurde.

Das Land Schleswig-Holstein (Innenministerium) setzt darüber den Rahmen: Gesetze, fachliche Standards, Förderprogramme und das Krisenmanagement bei Lagen, die über einen einzelnen Kreis hinausreichen. Der Bund ist für den Zivilschutz im Verteidigungsfall zuständig und stellt mit dem Technischen Hilfswerk (THW) zusätzliche Kräfte.

Die Feuerwehr: Sache der Gemeinde – der Kreis hilft bei Geld und Großlagen

Die Freiwillige Feuerwehr Kronshagen ist eine Einrichtung der Gemeinde. Sie rückt zu Bränden, Unfällen, Unwetterschäden und technischen Hilfeleistungen aus – im Alltag der mit Abstand häufigste Fall. Berufsfeuerwehren gibt es in Schleswig-Holstein nur in wenigen großen Städten, in unserer Nähe in Kiel; in Kronshagen trägt das Ehrenamt.

Der Kreis bündelt die überörtlichen Aufgaben. Der Kreisfeuerwehrverband Rendsburg-Eckernförde vertritt 176 Freiwillige Feuerwehren mit rund 6.880 Mitgliedern und 41 Jugendfeuerwehren mit gut 1.130 Mitgliedern. Für Großlagen hält der Kreis besondere Einheiten vor: Feuerwehrbereitschaften (etwa zur Wasserförderung), eine Technische Einsatzleitung (TEL) zur Führungsunterstützung und einen Löschzug-Gefahrgut (LZ-G) für chemische, biologische und radioaktive Gefahren. Über das Feuerwehrzentrum des Kreises in Rendsburg laufen außerdem die Förderanträge: Auf Grundlage der Kreisrichtlinie zur Förderung des Feuerwehrwesens können Gemeinden Zuschüsse für Fahrzeuge, Geräte und Ausrüstung beantragen. Hier entscheidet sich also mit, was am Ende im Kronshagener Gerätehaus steht.

Im Katastrophenfall wirken weitere Organisationen mit: das DRK (medizinischer Katastrophenschutz, Betreuung und Sanitätsdienst), die Johanniter-Unfall-Hilfe und das THW, das im Kreisgebiet mit drei Ortsverbänden (Rendsburg, Eckernförde und Louisenlund) vertreten ist. Für Kronshagen selbst ist geografisch der THW-Ortsverband Kiel der nächste Ansprechpartner.

Wer warnt im Ernstfall – und über welche Kanäle?

Notrufe unter 112 (Feuerwehr/Rettungsdienst) landen nicht in Rendsburg, sondern in Kiel: Der Kreis Rendsburg-Eckernförde hat den Betrieb seiner Leitstelle der Landeshauptstadt Kiel übertragen, die sie als Integrierte Regionalleitstelle Mitte (IRLS Mitte) führt. Von dort werden die Kräfte alarmiert.

Gewarnt wird im Ernstfall über mehrere Wege parallel, damit möglichst alle erreicht werden:

  • Warn-App NINA des Bundes – kostenlos, mit Warnungen, Wetter- und Hochwasserinfos.
  • Cell Broadcast – Warnmeldungen, die ohne App direkt an alle Mobiltelefone in einer Funkzelle gehen.
  • Sirenen – Schleswig-Holstein baut das Sirenennetz gerade wieder aus.
  • Rundfunk – NDR und lokale Sender geben amtliche Warnungen weiter.

Ob diese Systeme funktionieren, lässt sich am bundesweiten Warntag überprüfen; der nächste ist für den 10. September 2026 angekündigt.

Wenn Netze ausfallen: Notfall-Infopunkte

Bei einem länger andauernden Stromausfall fallen oft auch Telefon und Mobilfunk aus – dann greifen App und Anruf nicht mehr. Für genau diesen Fall bauen Kreis und Kommunen ein Netz von Notfall-Infopunkten auf: feste, gekennzeichnete Anlaufstellen, an denen man Informationen erhält und Notrufe absetzen kann. Wo der nächstgelegene Punkt liegt, sollte man am besten kennen, bevor man ihn braucht. Eine gute Vorbereitung beschreibt auch der überarbeitete BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“.

Investitionen: Fahrzeuge, Geräte, Sirenen, digitale Systeme

An Geld fehlt es derzeit nicht an Ankündigungen. Der Bund hat mit dem „Pakt für den Bevölkerungsschutz“ bis 2029 zehn Milliarden Euro für Zivil- und Katastrophenschutz beschlossen. Das Land Schleswig-Holstein will bis 2030 rund 77 Millionen Euro in den Katastrophenschutz investieren, davon über 23 Millionen Euro in Sirenen; zudem ersetzt es die in die Jahre gekommenen Katastrophenschutzfahrzeuge bis 2027 durch landesweit 52 neue Einsatzfahrzeuge. Auf Kreisebene fließt die Feuerwehrförderung über das Feuerwehrzentrum. Entscheidend bleibt, ob die Mittel auch unten ankommen – bei Ausrüstung, Ausbildung und Fahrzeugen der ehrenamtlichen Kräfte.

Mitmachen: Ehrenamt und Ausbildung

Das gesamte System steht und fällt mit den Freiwilligen. Mitmachen kann man auf mehreren Wegen, und längst nicht nur „an der Front“: Es braucht aktive Einsatzkräfte ebenso wie Menschen für Betreuung, Verpflegung, Technik und Verwaltung – sowie Fördermitglieder, deren Beiträge Ausrüstung mitfinanzieren. Wer einsteigen will, beginnt bei der Feuerwehr mit der feuerwehrtechnischen Grundausbildung, beim THW mit der THW-Grundausbildung; das DRK bildet seine Einsatzkräfte selbst aus. Für Kinder und Jugendliche gibt es Jugendfeuerwehr und Jugendrotkreuz. Die konkreten Kontakte stehen unten im Servicekasten.

Was für Kronshagen konkret zählt

Beschlüsse des Kreises werden für Kronshagen vor allem dann spürbar, wenn sie Zuständigkeiten verschieben, die Ausstattung oder Alarmierung betreffen, die Übungsplanung verändern oder Kostenanteile der Gemeinde berühren. Vieles, was auf Kreisebene entschieden wird, bleibt im Hintergrund – wirkt aber im Ernstfall genau dann, wenn es darauf ankommt. Wer die Tagesordnungen des Kreistags verfolgen möchte, findet sie im Ratsinformationssystem des Kreises (siehe Quelle).

Kurz beantwortet

  • Wer warnt im Ernstfall, über welche Kanäle? Amtliche Warnungen laufen über Cell Broadcast (aufs Handy ohne App), die Warn-App NINA, Sirenen und den Rundfunk. Notruf: 112.
  • Wo finde ich offizielle Infos bei Stromausfall, Unwetter oder Großlage? Über NINA und Rundfunk; wenn die Netze ausfallen, über die Notfall-Infopunkte von Kreis und Kommune.
  • Welche Rolle spielt die Feuerwehr Kronshagen, welche der Kreis? Die Feuerwehr ist Gemeindeaufgabe und im Alltag zuständig. Der Kreis ist untere Katastrophenschutzbehörde, koordiniert Großlagen, hält Spezialeinheiten vor und steuert die Feuerwehrförderung.
  • Gibt es neue Investitionen? Ja – Bundes- und Landesmittel für Sirenen, Fahrzeuge und Warnsysteme; auf Kreisebene Förderung über das Feuerwehrzentrum.
  • Werden Ehrenamtliche gesucht? Ja, bei Feuerwehr, DRK und THW – aktiv, unterstützend oder als Fördermitglied. Jugendgruppen gibt es ebenfalls.

Service: Kontakte und Anlaufstellen

Im Notfall: Notruf 112 (Feuerwehr/Rettungsdienst), 110 (Polizei). Warnungen aufs Handy über die kostenlose Warn-App NINA.

Kreis Rendsburg-Eckernförde – Fachdienst Feuerwehr und Katastrophenschutz Tel.: 04331 202-290 · E-Mail: katastrophenschutz@kreis-rd.de · Web: kreis-rendsburg-eckernfoerde.de (Bereich „Krisenvorsorge“) Der Landrat: Kaiserstraße 8, 24768 Rendsburg · Tel.: 04331 202-0 · info@kreis-rd.de

Kreisfeuerwehrverband Rendsburg-Eckernförde Web: kfv-rdeck.de

Freiwillige Feuerwehr Kronshagen Feuerwehrhaus, Nußbaumkoppel 1, 24119 Kronshagen · Tel.: 0431 205056-0 · info@feuerwehr-kronshagen.de · feuerwehr-kronshagen.de Reinschnuppern jeden 1. und 3. Montag im Monat, 19:00–21:30 Uhr; aktiver Dienst ab 18 Jahren. Jugendfeuerwehr vorhanden.

DRK-Ortsverein Kronshagen e.V. Bahnhofsweg 1, 24119 Kronshagen · Tel.: 0431 582338 · drk-kronshagen.de Betreuungs- und Sanitätsdienst im Katastrophenschutz; Mitarbeit für Ehrenamtliche kostenfrei. Jugendrotkreuz: jeden 2. Dienstag, 17:30–19:00 Uhr.

THW – Ortsverband Kiel (nächstgelegen für Kronshagen) Georg-Feydt-Weg 35, 24109 Kiel · Tel.: 0431 200098-0 · ov-kiel@thw.de · ov-kiel.thw.de Im Kreisgebiet zudem die THW-Ortsverbände Rendsburg, Eckernförde und Louisenlund.

Kontaktdaten Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Termine bitte vorab telefonisch oder per E-Mail bestätigen.


Quelle: Kreis Rendsburg-Eckernförde, Kreistags-/ALLRIS-System

Zugehöriger Kommentar: Kommentar: Katastrophenschutz und Feuerwehr: Welche Rolle der Kreis für die Sicherheit vor Ort spielt

Quelle/Veranstalter: Kreis Rendsburg-Eckernförde, Kreistags-/ALLRIS-System

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