Zum Inhalt
KronshagenNewsNachrichten, Einordnung und Dokumentation für Kronshagen

Gesellschaft

Klinik Kronshagen: Reform sieht ambulanten Umbau vor

In Kiel hat das Gesundheitsministerium das Zielbild der Krankenhausreform für die Versorgungsregion Mitte vorgestellt. Darin ist die Praxisklinik Kronshagen als voraussichtliche Umstellung auf eine rein ambulante Struktur genannt. Eine endgültige Entscheidung folgt nach dem Anhörungsverfahren.

Christian Muschick ·

KIEL/KRONSHAGEN. Bei der Regionalkonferenz in Kiel hat das Gesundheitsministerium
am 5. Oktober das Zielbild der Krankenhausreform für die Versorgungsregion Mitte
vorgestellt. Die Region umfasst den nordwestlichen Teil des Kreises Plön, den westlichen
Teil des Kreises Segeberg, den südlichen Teil des Kreises Rendsburg-Eckernförde sowie die
kreisfreien Städte Neumünster und Kiel. In ihr sind 15 Klinikstandorte verortet.
Deren Rollen sollen sich durch die Reform teils grundlegend verändern.

Praxisklinik Kronshagen als Einziger Standort des Kreises

Die Praxisklinik Kronshagen, unmittelbar an der Stadtgrenze Kiels gelegen, ist der
einzige Standort des Kreises Rendsburg-Eckernförde in der Versorgungsregion Mitte.
Im vorgestellten Zielbild wird sie als Kandidat für eine Umstrukturierung in eine
rein ambulante Struktur genannt. Damit würde der Standort seine stationäre Rolle
nicht in heutiger Form fortführen. Die ambulante Leistungsfähigkeit der Klinik bliebe
bestehen und könne, so das Ministerium, durch eine Umwandlung in ein ambulantes
Op-Zentrum oder ein Medizinisches Versorgungszentrum gestärkt werden.

Ministerium: Zielbild, noch keine Entscheidung

Die Ministerin betonte, es handele sich um ein Zielbild, das „noch nicht in Stein
gemeißelt“ sei. Die Krankenhäuser könnten im laufenden Anhörungsverfahren bis zum
31. Oktober Voraussetzungen für Leistungsgruppen nachweisen, die derzeit negativ
bewertet werden. Die verbindliche Zuweisung der Leistungsgruppen erfolge Ende des
Jahres mit Wirkung zum 1. Januar 2027. Die Feststellungsbescheide, die im Dezember
zugestellt werden sollen, würden wo erforderlich Übergangszeiträume für
Umstrukturierungen enthalten.

Region: Drei große Versorger bleiben der Anker

Zur tragenden Rolle der stationären Versorgung würden künftig das UKSH, das
Städtische Krankenhaus in Kiel und das Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster
zählen, ergänzt durch die Klinik Preetz. Im Zielbild sollen sechs Fachkliniken den
Fachklinikstatus erhalten – fünf davon in Kiel, dazu das Norddeutsche Epilepsiezentrum
für Kinder und Jugendliche. Die Auenlandklinik Bad Bramstedt und das Helios Klinikum
Kiel erfüllen nach der
Darstellung des Ministeriums bislang nicht die Voraussetzungen für die
beantragten Leistungsgruppen. Die Leistungen des Sankt-Elisabeth-Krankenhauses
in Kiel sollen an den Lubinus-Clinicum-Standort konzentriert werden.

Was das für Kronshagen bedeutet

Für Kronshagen wäre die Umstellung der Klinik auf eine rein ambulante Struktur
der zentrale Punkt der Reform. Nach dem Reformprinzip sollen komplexe, planbare
Eingriffe künftig stärker an spezialisierten Standorten gebündelt werden, während
die Grund- und Notfallversorgung in der Fläche mit kleineren Krankenhäusern und
sektorenübergreifenden Zentren gesichert bleibt. Ob sich die Darstellung des
Ministeriums durch das laufende Anhörungsverfahren ändert, entscheidet sich bis
Ende Oktober. Die Bescheide folgen im Dezember.

Quellen

Landesregierung Schleswig-Holstein, Pressemitteilung 261005_RKMitte vom 05.10.2026:
schleswig-holstein.de. Die zugehörige Präsentation
(17 Seiten) liegt der Redaktion vor.
Bestehende Artikel:
Krankenhausreform: Land ordnet Versorgung neu (Juli 2026) und
Gesundheitsversorgung: Hausärzte und Kliniken im Wandel (Juli 2026).