In der schleswig-holsteinischen Landesverwaltung gibt es kein zentral vorgegebenes, landesweites Vorschlags-, Ideen- oder Innovationsmanagement. Das teilt die Landesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage des SSW-Abgeordneten Christian Dirschauer mit (Drucksache 20/4844 vom 1. Oktober 2026). Zentrale Meldestellen, systematische Erfassungen und statistische Auswertungen gibt es nicht – mit einer Ausnahme: der Landespolizei.
Nur die Polizei erfasst systematisch
Bei der Landespolizei gibt es seit dem 1. Februar 2020 eine zentrale, unabhängige Auskunfts- und Ansprechstelle für Ideen, Verbesserungsvorschläge und Beschwerden; sie ist im Büro der Innenministerin angebunden. Eingänge nimmt die Stelle über das Portal „Denkfabrik“ auf, prüft Zuständigkeit, Innovationsgehalt und Rechtssicherheit und entscheidet über Ablehnung, Weitergabe oder sofortige Umsetzung; die eingebende Person wird dabei stetig informiert. Die Zahl der eingereichten Verbesserungsvorschläge lag zwischen 2021 und 2024 bei 25 bis 31 pro Jahr; für 2025 nennt die Antwort 8 Vorschläge und 1 Idee, für 2026 jeweils 5 Vorschläge und 3 Ideen. Wegen personeller Veränderungen in der Ansprechstelle sind diese Angaben laut Landesregierung nicht vollständig.
In den übrigen Ressorts erfolgt keine systematische Erfassung; auch, wie viele Vorschläge angenommen oder umgesetzt wurden und wie lange die Bearbeitung dauert, wurde nicht statistisch ausgewertet.
Keine Prämien
Haushaltsmittel für Prämien für angenommene Verbesserungsvorschläge stehen in den Einzelplänen der Ministerien und der Staatskanzlei nicht zur Verfügung. Anerkennung erfolgt in der Regel über übliche Formen, etwa die Reduzierung der Arbeitslast oder die Berücksichtigung in der Beurteilung. Bei der Polizei kann in Einzelfällen Sonderurlaub oder Ähnliches gewährt werden; seit 2021 sind keine solchen Fälle bekannt.
Kein Beschluss über ein landesweites Verfahren
Einen Beschluss über ein landesweit einheitliches digitales Verfahren gibt es laut Landesregierung nicht. Sie überprüfe fortlaufend Vorschläge und Ideen, der Schwerpunkt liege auf der Stärkung der Organisationskompetenz der Dienststellen und auf Geschäftsprozessmanagement als Standard. Seit 2015 existiert ein Kompetenzzentrum für Projektmanagement und interne Beratung für Organisation und Digitalisierung.



