Zum Inhalt
KronshagenNewsNachrichten, Einordnung und Dokumentation für Kronshagen

Schleswig-Holstein

Northvolt: 76 Mio. Euro Rückzahlung an das Land

Nach der 300-Mio.-Euro-Zahlung an den Bund im Jahr 2025 fließt Geld aus der Northvolt-Ausfallbürgschaft zurück. Seit April hat das Land 76,3 Mio. Euro erhalten; für 2026 rechnet die Regierung mit einer Gesamtreduktion von 111 Mio. Euro. Ein Tilgungsplan für die aufgenommenen Kredite gibt es nach Angaben der Finanzministerin nicht.

Christian Muschick ·

Im Jahr 2025 hat die Ausfallbürgschaft für die Northvolt-Wandelanleihe den Landeshaushalt um 300 Millionen Euro belastet: Die Landesregierung zahlte den Betrag an den Bund und nahm zur Gegenfinanzierung zusätzliche Kredite auf. Seit April dieses Jahres fließt ein Teil des Geldes zurück. Laut amtlicher Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hat das Land bislang 76,3 Millionen Euro zurückerhalten.

Antwort der Finanzministerin

Festgehalten ist das in der am 12. August 2026 veröffentlichten Antwort von Finanzministerin Dr. Silke Schneider auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Dr. Bernd Buchholz (FDP) zu den Tilgungen und Zinszahlungen der Northvolt-Schulden. Danach besteht die Ausfallbürgschaft in dieser Form nicht mehr: Sie wurde 2025 in Anspruch genommen. Von der Zahlung in Höhe von 300 Millionen Euro wurden im laufenden Jahr bislang 76,344,576,65 Euro an das Land zurückgezahlt. Im April 2026 wurde die Gesamtsumme der Gewährleistung um rund 76 Millionen Euro reduziert; für 2026 erwartet die Landesregierung insgesamt Reduktionen von 111 Millionen Euro.

Die Kalkulation der Landesregierung für die 300 Millionen Euro stützt sich auf die Kapitalmarktfinanzierung 2025 (3,24 Milliarden Euro, Durchschnittszinssatz 1,4 Prozent, Laufzeit 9,4 Jahre): Daraus leitet sie überschlägig jährliche Zinsausgaben in Höhe von 4,2 Millionen Euro ab. Nach Abzug einer rechnerischen Entlastung von rund 1,7 Millionen Euro ab 2027 verbleiben laut Antwort kalkulatorisch rund 2,5 Millionen Euro jährlich.

Kein Tilgungsplan, keine Zweckzuordnung

Offene Punkte bleiben. Auf die Frage nach einem Tilgungsplan für die aufgenommenen Kredite antwortet die Landesregierung mit Nein. Welche Kredite konkret für die Northvolt-Sachverhalte aufgenommen wurden, lässt sich nach den Antworten nicht bestimmen: Finanzierungen am Kapitalmarkt basieren auf dem Gesamtdeckungsprinzip des Haushalts (§ 8 LHO), eine Zuordnung einzelner Mittel zum Projekt sei deshalb nicht möglich – das gilt auch für Tilgungen und Zinsen.

Politischer Hintergrund

Im Juni 2026 hatte der Landtag über die Folgen der Wandelanleihe beraten. Die Fraktionen von SPD und CDU/Grünen brachten einen Sonderbericht zur Auswertung der Ergebnisse sowie einen Lessons-Learned-Bericht mit den Ergebnissen des Landesrechnungshofs ein – beide Vorlagen wurden in der 43. Tagung am 17. Juni 2026 angenommen. Ein Missbilligungsantrag von FDP, SPD und SSW scheiterte. Für die 45. Tagung im September hat die FDP zusätzlich einen mündlichen Bericht über den Anstieg der Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 beantragt.

Für den Landeshaushalt bleibt die Frage zentral, wie lange der Northvolt-Nachhall auf die Schulden- und Zinsentwicklung wirkt. Die Antwort der Finanzministerin enthält dazu keine Prognose über 2027 hinaus – und keinen Plan, bis wann die Kredite vollständig getilgt sein sollen.

Quellen

Kleine Anfrage des Abgeordneten Dr. Bernd Buchholz (FDP) und Antwort der Landesregierung – Finanzministerin, Tilgung und Zinszahlungen der Northvolt-Schulden, Drucksache 20/4660 vom 12. August 2026: landtag.ltsh.de – Beschlussprotokoll der 43. Tagung des Schleswig-Holsteinischen Landtags, 120. Sitzung am 17. Juni 2026: landtag.ltsh.de – Antrag der Fraktion der FDP auf mündlichen Bericht zum Anstieg der Unternehmensinsolvenzen, Drucksache 20/4797 vom 4. September 2026: landtag.ltsh.de