Bild: Symbolbild: Euro-Münzen stehen für Finanzierungsvolumen; das Motiv bildet kein konkretes Förderprogramm oder eine lokale Bewilligung ab. Foto: Lukasz Kobus/Europäische Kommission, CC BY 4.0, via …
Die Investitionsbank Schleswig-Holstein hat im ersten Halbjahr 2026 ein Fördervolumen von rund 1,8 Milliarden Euro erreicht. Damit lag das Geschäft nach Angaben der Förderbank etwa auf dem hohen Niveau des Vorjahreszeitraums. Besonders groß war die Nachfrage nach Finanzierungen für Wohnraum und kommunale Infrastruktur.
Der Begriff Fördervolumen umfasst dabei nicht nur Zuschüsse. Die IB.SH vergibt unter anderem Darlehen, beteiligt sich an Finanzierungen und setzt Programme von Land, Bund und Europäischer Union um. Aus der Gesamtsumme lässt sich deshalb nicht ableiten, wie viel Geld einzelnen Gemeinden oder Projekten als nicht rückzahlbarer Zuschuss zugeflossen ist.
670 Millionen Euro für Kommunalfinanzierungen
Für Städte, Gemeinden und Kreise stellte die IB.SH in den ersten sechs Monaten rund 670 Millionen Euro an Finanzierungen bereit. Eine Aufteilung nach Kreisen oder Gemeinden veröffentlichte sie in der Halbjahresmitteilung nicht. Aussagen über konkrete Mittelzuflüsse nach Kronshagen oder in den Kreis Rendsburg-Eckernförde sind deshalb auf dieser Grundlage nicht möglich.
Im Wohnungsbau entfielen 242 Millionen Euro auf den Mietwohnungsbau und 275 Millionen Euro auf die Bildung von Wohneigentum. Zusammen waren das 517 Millionen Euro. Die Unternehmensfinanzierungen stiegen von 349 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025 auf 456 Millionen Euro. Nach Angaben der IB.SH wurde dieser Anstieg insbesondere durch einzelne größere Refinanzierungen geprägt. Weitere 177 Millionen Euro entfielen auf Arbeitsmarkt- und Strukturförderung sowie europäische Programme.
Neues Darlehen für öffentliche Infrastruktur
Seit August bietet die Bank das Kommunaldarlehen „Zukunftsfähige Infrastruktur“ an. Es richtet sich laut Produktinformation an Gemeinden, Kreise und Ämter einschließlich ihrer Eigenbetriebe sowie bestimmte kommunale Verbände. Darlehenslaufzeit und Sollzinsbindung können bis zu 40 Jahre betragen; möglich ist eine Finanzierung von bis zu 100 Prozent der Investitionskosten.
Finanziert werden sollen Neubau, Ersatzneubau, Erweiterung, Instandsetzung und energetische Modernisierung nicht wirtschaftlich genutzter öffentlicher Infrastruktur. Als Beispiele nennt die IB.SH Rathäuser, Feuerwehren, Schulen, kommunale Kindertagesstätten, Jugendtreffs, Straßen, Rad- und Fußwege, Plätze, Grünanlagen, Brücken und lokale Freizeitanlagen.
Ausgeschlossen ist nach der Produktinformation Infrastruktur, die kommerziell genutzt werden soll. Ein kommunales Gebäude, das zur Vermietung instand gesetzt wird, nennt die Bank ausdrücklich als Beispiel. Das neue Angebot ist zudem ein Darlehen und keine Zuschusszusage. Kommunen müssen die Rückzahlung und die Zinsen in ihrer Haushaltsplanung berücksichtigen. Die IB.SH weist außerdem darauf hin, dass Antragsteller mehrere Kreditangebote einholen und die Konditionen mit Blick auf ihre Haushaltslage vergleichen sollen.
Was die Bilanz nicht zeigt
Die Halbjahreszahlen belegen eine hohe Nachfrage nach Finanzierung. Sie sagen aber nichts darüber aus, ob ein einzelnes Vorhaben wirtschaftlich tragfähig ist oder – soweit erforderlich – kommunalaufsichtlich genehmigt wird. Auch die Förderbank selbst erwartet für das Gesamtjahr lediglich eine stabile Entwicklung auf hohem Niveau; eine konkrete Jahresprognose in Euro nennt sie nicht.
Weitere Grundlagen zu den Angeboten der Förderbank erläutert unser Beitrag „IB.SH-Förderprogramme: Chancen für Wohnen, Klima und Wirtschaft“.
Quellen
- IB.SH: Förderbilanz für das erste Halbjahr 2026, abgerufen am 31. August 2026.
- IB.SH: Kommunaldarlehen „Zukunftsfähige Infrastruktur“ und Produktinformation, Stand August 2026, abgerufen am 31. August 2026.



