Schleswig-Holstein hat das Haushaltsjahr 2025 deutlich besser abgeschlossen als im Zweiten Nachtragshaushalt angenommen. Der Jahresbericht zum Haushaltsvollzug weist ein Finanzierungsdefizit von 91,3 Millionen Euro aus. Geplant waren 1,03 Milliarden Euro. Die Verbesserung um 938,7 Millionen Euro beruht vor allem auf höheren Einnahmen.
Besser als geplant, aber weiterhin leicht im Minus
Die bereinigten Einnahmen lagen bei 17,706 Milliarden Euro und damit 1,187 Milliarden Euro über Plan. Die bereinigten Ausgaben betrugen 17,798 Milliarden Euro und überschritten den Plan um 248,1 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Finanzierungsdefizit von 91,3 Millionen Euro.
| Kennzahl | Soll 2025 | Ist 2025 |
|---|---|---|
| Bereinigte Einnahmen | 16,519 Mrd. Euro | 17,706 Mrd. Euro |
| Bereinigte Ausgaben | 17,549 Mrd. Euro | 17,798 Mrd. Euro |
| Finanzierungssaldo | -1,030 Mrd. Euro | -91,3 Mio. Euro |
| Nettokreditaufnahme | 675,0 Mio. Euro | 124,5 Mio. Euro |
Die Sollwerte stammen aus dem Zweiten Nachtragshaushalt vom 19. November 2025. Sie sind daher nicht mit dem ursprünglichen Haushaltsentwurf aus dem Jahr 2024 gleichzusetzen.
Steuern und Bundesmittel lagen über dem Plan
Die Steuereinnahmen erreichten 13,336 Milliarden Euro. Das waren 501,7 Millionen Euro mehr als geplant und 856,2 Millionen Euro mehr als 2024. Besonders stark über dem Soll lag der Landesanteil an der Einfuhrumsatzsteuer. Dagegen blieben unter anderem die Einnahmen aus Lohnsteuer und Umsatzsteuer unter dem Ansatz.
Weitere 617,9 Millionen Euro kamen bei laufenden Zuweisungen und Zuschüssen zusätzlich herein. Ein großer Teil davon waren jedoch durchlaufende Bundesmittel: Geld für Unterkunft und Heizung wurde an Kreise und kreisfreie Städte weitergeleitet. Den höheren Einnahmen standen damit entsprechende Ausgaben gegenüber.
Minderausgaben in mehreren Bereichen
Die Personalausgaben blieben um 163,2 Millionen Euro unter Plan. Bei Baumaßnahmen wurden 40,7 Millionen Euro weniger ausgegeben als angesetzt, bei Investitionszuweisungen und -zuschüssen 120,1 Millionen Euro weniger.
Aus den Zahlen allein lässt sich nicht ablesen, welcher Teil dauerhaft eingespart wurde und welcher auf verschobene oder noch nicht umgesetzte Vorhaben entfällt. Insgesamt lagen die bereinigten Ausgaben wegen höherer durchlaufender Zahlungen und anderer Mehrausgaben weiterhin über dem Plan.
Deutlich weniger neue Kredite
Das Land nahm netto 124,5 Millionen Euro neue Kredite auf. Im Haushaltsplan waren 675 Millionen Euro vorgesehen. Die Kreditaufnahme fiel damit um 550,5 Millionen Euro geringer aus. Dass die Differenz nicht vollständig der Verbesserung des Finanzierungssaldos entspricht, liegt unter anderem an Rücklagenbewegungen und weiteren Finanzierungsvorgängen außerhalb der bereinigten Einnahmen und Ausgaben.
Kommunaler Finanzausgleich stieg um sechs Prozent
Für den kommunalen Finanzausgleich weist der Landeshaushalt 2,537 Milliarden Euro aus. Das waren 79,5 Millionen Euro mehr als geplant und 142,6 Millionen Euro beziehungsweise rund sechs Prozent mehr als 2024. Die Schlüsselzuweisungen an Kommunen stiegen im Jahresvergleich um 144,6 Millionen Euro auf 2,204 Milliarden Euro.
Der formale Abschluss folgt
Der jetzt vorliegende Jahresbericht beschreibt den Vollzug des Haushalts 2025. Die formale Haushaltsrechnung bleibt der endgültige Abschluss. Für die Bewertung der Finanzlage ist außerdem entscheidend, ob höhere Einnahmen und Minderausgaben strukturell fortwirken oder einmalig waren. Darüber gibt der Jahresbericht allein noch keine vollständige Auskunft.




