Die Polizei hat 2025 in Schleswig-Holstein 1.282 Messerangriffe registriert. Das waren 95 Fälle oder acht Prozent mehr als im Vorjahr. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde verlief die Entwicklung entgegengesetzt: Hier sank die Zahl von 74 auf 63. Eine neue Auswertung unterscheidet erstmals genauer zwischen Personen, die an einer Tat beteiligt waren, und jenen, die tatsächlich mit einem Messer drohten oder es einsetzten.
Was die Polizei als Messerangriff zählt
Als Messerangriff gilt in der Polizeilichen Kriminalstatistik eine Tat, bei der ein Messer unmittelbar gegen eine Person angedroht oder tatsächlich eingesetzt wird. Das bloße Mitführen eines Messers reicht nicht aus.
2025 wurden landesweit 1.605 Opfer erfasst, 97 mehr als 2024. Elf Menschen wurden getötet, 77 schwer und 309 leicht verletzt. Dass die Gesamtzahl der Opfer deutlich höher ist als die Zahl der Verletzten, liegt unter anderem daran, dass auch die unmittelbare Bedrohung mit einem Messer erfasst wird.
| Kennzahl Schleswig-Holstein | 2024 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Messerangriffe | 1.187 | 1.282 | +95 / +8,0 % |
| Opfer | 1.508 | 1.605 | +97 / +6,4 % |
| Beteiligte Tatverdächtige | 1.089 | 1.153 | +64 / +5,9 % |
Neue Unterscheidung bei Tatverdächtigen
Von den 1.153 beteiligten Tatverdächtigen wurden 1.010 Personen als tatsächliche Messerangreifer erfasst. Sie hatten mindestens einmal mit einem Messer gedroht oder es gegen eine Person eingesetzt. 729 dieser Personen drohten mindestens einmal mit einem Messer, 310 setzten es mindestens einmal ein. Beide Gruppen können sich überschneiden und dürfen deshalb nicht addiert werden.
Von den 1.010 Messerangreifern waren 594 deutsche und 416 nichtdeutsche Staatsangehörige. 54 waren Kinder, 131 Jugendliche, 88 Heranwachsende und 737 Erwachsene; 84,8 Prozent waren männlich. Die Veröffentlichung weist für die Staatsangehörigkeitsgruppen keine nach Alter, Geschlecht und Bevölkerungsanteil bereinigten Vergleichsraten aus. Aus den absoluten Zahlen lässt sich daher kein belastbarer Vergleich des individuellen Risikos ableiten.
Rückgang im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Im Kreis Rendsburg-Eckernförde registrierte die Polizeidirektion Neumünster 63 Messerangriffe. Das waren elf weniger als 2024. Von den Fällen wurden 54 aufgeklärt; die Aufklärungsquote lag bei 85,7 Prozent. Laut Bericht wurden 13 Opfer leicht und drei schwer verletzt.
Die Polizeidirektion schreibt für ihren Zuständigkeitsbereich, dass bei den registrierten Taten beinahe ausnahmslos eine Vorbeziehung zwischen den Beteiligten bestanden habe, häufig im Zusammenhang mit Alkohol- oder Drogenkonsum. Der Direktionsbereich umfasst den Kreis Rendsburg-Eckernförde und damit auch Kronshagen. Eine eigene Zahl für die Gemeinde wird in der Statistik nicht ausgewiesen.
Gesamtkriminalität ging zurück
Der Anstieg der Messerangriffe steht einem Rückgang in anderen Bereichen gegenüber. Landesweit sank die registrierte Gewaltkriminalität um 5,7 Prozent auf 6.329 Taten. Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten ging, bereinigt um ein großes Umfangsverfahren aus dem Vorjahr, um 8,2 Prozent zurück.
Was die Statistik nicht abbildet
Die PKS ist eine Hellfeldstatistik. Sie enthält nur Sachverhalte, die der Polizei bekannt wurden. Erfasst wird ein Fall außerdem erst, wenn die Polizei ihn an die Staatsanwaltschaft abgibt. Tat- und Erfassungsjahr können deshalb auseinanderfallen. Tatverdächtige sind zudem nicht mit rechtskräftig Verurteilten gleichzusetzen.






