Schleswig-Holstein bezieht sein Trinkwasser vollständig aus Grundwasser. Eine landesweite Analyse der Wasserbedarfe und Wasserdargebote, die die Landesregierung im Jahr 2026 begonnen hat, soll bis 2031 abgeschlossen sein. Die Ergebnisse können als Grundlage für regionale Wasserkonzepte dienen, die von den zuständigen Gemeinden eigenverantwortlich umgesetzt werden müssen.
Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der SPD-Abgeordneten Sandra Redmann hervor, die am 16. Juli 2026 im Landtag veröffentlicht wurde. Die öffentliche Trinkwasserversorgung ist Teil der kommunalen Daseinsvorsorge und gehört daher zu den Aufgaben der Kommunen, einschließlich möglicher Anpassungsmaßnahmen an die Folgen des Klimawandels.
Analyse läuft, Konzepte fehlen
In der laufenden Untersuchung werden die Wasserbedarfe und Wasserdargebote zunächst für den aktuellen Zustand ermittelt und anschließend für zukünftige Entwicklungen prognostiziert. Ein eigenes landesweites Trinkwasserkonzept, wie es andere Bundesländer bereits erstellt haben, plant die Landesregierung demnach nicht. Stattdessen sollen die Ergebnisse der Analyse den Kommunen als Grundlage für ihre eigenen regionalen Konzepte dienen.
Besondere Herausforderungen
Aus wasserwirtschaftlicher Sicht sieht die Landesregierung besondere Herausforderungen insbesondere im Umfeld von Ballungsräumen mit eingeschränktem Grundwasserdargebot. Auf den Nordsee-Inseln sind die Süßwasserressourcen naturbedingt begrenzt. Im Binnenland kann in Regionen mit salzhaltigen Grundwasservorkommen eine erhöhte Grundwasserentnahme den Aufstieg von tieferem Salzwasser und eine Verlagerung der Süß-/Salzwassergrenze in Richtung der Förderbrunnen bewirken.
Nutzungskonkurrenzen
Regionale Wasserkonzepte für Kreise oder in Verantwortung von Gemeinden können nach Ansicht der Landesregierung dazu beitragen, Nutzungsüberschneidungen zwischen öffentlicher Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Industrie und weiteren Wasserentnahmen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Einen regelmäßigen Austausch über die Erfahrungen anderer Bundesländer gibt es im Rahmen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA).






