Die Polizeidirektion Kiel warnt vor Betrügern, die sich am Telefon als Bankmitarbeiter ausgeben. Sie behaupten, Zahlungskarten seien missbraucht worden, erfragen die PIN und kündigen an, die Karten zur Sicherung abholen zu lassen. Im Großraum Kiel entstand in zwei Fällen ein Schaden von insgesamt 3.000 Euro.
Ein Fall aus Kronshagen ist in den vorliegenden Polizeimeldungen nicht genannt. Die aktuelle Serie im Großraum Kiel und ein ähnlicher Fall in Wasbek zeigen jedoch, dass die Masche in der unmittelbaren Region eingesetzt wird.
So gehen die Täter vor
Am 10. Juli riefen Unbekannte mehrere Menschen im Großraum Kiel von einer ausländischen Rufnummer aus an. Sie gaben sich als Mitarbeiter eines Geldinstituts aus und behaupteten, es habe missbräuchliche Verwendungen der EC-Karten gegeben. Die persönlichen Karten müssten deshalb abgeholt und gesichert werden.
Während der Gespräche fragten die Täter auch nach der PIN. Mehrere Angerufene erkannten den Betrugsversuch. In zwei Fällen erhielt ein Abholer jedoch die Karten und hob kurz darauf jeweils 1.500 Euro ab.
Ähnlicher Fall im Kreis
Bereits am 7. Juli hatte eine 68-jährige Frau in Wasbek ihre Zahlungskarten an einen vermeintlichen Bankmitarbeiter übergeben. Nach Angaben der Polizeidirektion Neumünster wurde anschließend ein vierstelliger Betrag abgehoben. Auch dort hatten die Täter am Telefon einen angeblichen Angriff auf Geldautomaten und Konten vorgeschoben.
Die Vorgänge müssen nicht von denselben Tätern begangen worden sein. Sie zeigen aber das wiederkehrende Muster: Ein überraschender Anruf erzeugt Zeitdruck, anschließend sollen Karte, PIN oder andere sensible Bankdaten herausgegeben werden.
So schützen Sie sich
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und beenden Sie verdächtige Gespräche.
- Geben Sie niemals Ihre PIN heraus. Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalprävention fragen weder Banken noch Amtspersonen rechtmäßig danach.
- Übergeben Sie keine Zahlungskarte an unbekannte Abholer.
- Rufen Sie Ihre Bank über eine selbst recherchierte oder bereits bekannte Telefonnummer zurück – nicht über eine Nummer, die der Anrufer nennt.
- Bei einem gegenwärtigen Betrugsversuch empfiehlt die Polizei den Notruf 110.
- Informieren Sie insbesondere ältere Angehörige, Nachbarn und Bekannte über die Masche.
Wenn die Karte bereits übergeben wurde
Betroffene sollten die Karte sofort über ihre Bank oder den zentralen Sperr-Notruf 116 116 sperren lassen, Kontobewegungen kontrollieren und Anzeige erstatten. Die Polizei kann zusätzlich eine KUNO-Sperrung für das elektronische Lastschriftverfahren veranlassen.
Polizei sucht Zeugen
Der Abholer aus den Kieler Fällen wird als 1,70 bis 1,85 Meter groß, kräftig und schwarzhaarig beschrieben. Er soll eine schwarze Lederjacke getragen haben. Nach Angaben der Polizei hielt er sich am 10. Juli zwischen 10.40 und 11 Uhr in der Saarbrückenstraße zwischen Westring und Lutherstraße sowie gegen 11 Uhr im Krummbogen zwischen Pappelweg und Holunderbusch auf. Ein weiterer möglicher Tatort liegt zwischen 14 und 14.15 Uhr im Bereich der Hebbelstraße in Preetz.
Hinweise nimmt das Kommissariat 14 der Bezirkskriminalinspektion Kiel unter 0431 / 160 3333 entgegen.





